Wittenberg (md/wg). Am Dienstag, dem 10. November 2026, 19.30 Uhr, findet im Audimax der Stiftung Leucorea ein öffentlicher Abendvortrag statt, der die Präsenz einer politischen Theologie in autoritären, illiberalen und neurechten Positionen der Gegenwart erkundet. Es spricht der renommierte Historiker und Publizist Dr. Volker Weiß (siehe Foto), der Eintritt ist frei.
In der Gegenwart lässt sich eine Wiederkehr der politischen Theologie beobachten. Religiöse Begriffe und apokalyptische Deutungsmuster gewinnen neue politische Wirksamkeit – insbesondere in autoritären, illiberalen und neurechten Kontexten. Vorstellungen von Ordnung und Verfall, Erlösung und Untergang oder vom Kampf gegen einen existenziellen Feind verbinden sich dabei mit der Suche nach politischen Mächten, die den Lauf der Geschichte aufhalten oder wenden sollen.
Dr. Weiß geht in seinem Vortrag den Erscheinungsformen und Funktionen sowie historischen Ursprüngen dieser neuen politischen Theologie nach und fragt, was ihre Konjunktur über die Gegenwart verrät. Er ist einer der gegenwärtig renommiertesten Experten zum Thema. Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der am 10. und 11. November stattfindenden interdisziplinären Tagung „Neurechte Verbindungen von Religion und Politik – und ihre Bezüge zur Zeit um 1800“, zu der auch noch Anmeldungen möglich sind. Anmeldungen zur Tagung werden per Mail an sekretariat@leucorea.unihalle.de erbeten.
Dr. Weiß ist Historiker und war viele Jahre als Fachautor für DIE ZEIT und ZEIT Geschichte, Jungle World, Frankfurter Rundschau, FAZ, Taz, Spiegel-Online und SZ tätig. Er ist einer der besten Kenner der neurechten Szene. Sein Buch „Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes“ (2017) gilt als Standardwerk zum Thema und wurde für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017 nominiert. Zuletzt erschien „Katechon. Zur Wiederkehr der politischen Theologie in der Gegenwart“ (2026). Foto: Wikipedia

