Dessau (md/wg). Meutejagden mit Hunden haben eine lange Tradition in Anhalt. Fürst Leopold I. und Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau haben im 18. Jahrhundert die Parforcejagd nach französischem Vorbild in Anhalt-Dessau eingeführt und diese Jagdform bis ins hohe Alter betrieben. Um die zahlreichen auswärtigen Jagdgäste unterbringen zu können, wurden sogar Räume im Oranienbaumer Schloss umgebaut.
Der jahrzehntelange enge Freund und Ratgeber von Fürst Franz, Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, war nicht nur der Jagd verbunden, sondern wirkte vor allem in kulturhistorischer, politischer, philosophischer und ästhetischer Hinsicht in Anhalt. Der Begründer des Klassizismus in Deutschland schuf und verewigte sich im Gartenreich Dessau-Wörlitz mit bedeutenden Gebäuden, darunter das Wörlitzer Schloss und das Schloss Luisium. Genau dort, in den Forsten rund um das Luisium, findet am Samstag, dem 19. September 2026, eine Herbstschleppjagd mit der traditionsreichen Mecklenburger Meute zu Ehren von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, statt.
Der Abritt zur Jagd erfolgt um 12 Uhr am Forsthaus Leiner Berg unter den Klängen von Jagdhornbläsern, gegen 14.30 Uhr wird auf der Solitäreichen-Wiese nördlich vom Park Luisium an der Saugartenallee die Rückkehr von der Jagd erwartet mit Belohnung der Hunde und einem kleinen Imbiss für Jagdreiter und für alle Gäste. Geparkt werden kann auf dem Parkplatz am Luisium; von dort läuft man ca. 15 Minuten zum Veranstaltungsort.
Wer die Hunde und das gesamte Jagdgeschehen hautnah erleben möchte, der kann auf einem der Kremser oder einer Kutsche mitfahren. Interessierte melden sich bitte unter der Telefonnummer 034905/22 613. Bei Schleppjagden wird kein Wild erlegt. Vielmehr handelt es sich um einen Pferde- bzw. Hundesport. Eine Hundemeute verfolgt eine Schleppe (künstliche Duftspur), die ein Schleppenleger zuvor gelegt hat. Mit etwas Abstand folgen die Reitenden dem Master und überqueren dabei die Hindernisse im freien Gelände. Foto: ©KsDW/Lars Reimann


