Mosigkau (md/wg). Am 27. August 2026, wurde der Genehmigungsbescheid für die Sanierung des Westlichen Kavalierhauses des Schlosses Mosigkau im Rahmen des Masterplans Bau- und Gartendenkmalpflege der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz durch Dr. Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie Staatsminister Rainer Robra überreicht. Damit können die geplanten Restaurierungsmaßnahmen am Schlossensemble nun beginnen.
„Das Gartenreich Dessau-Wörlitz verbindet Kunst, Bildung, Natur und Wissenschaft zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk“, erklärt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. „Hierzu gehört auch das prachtvolle Schloss Mosigkau – bis heute eines der bedeutendsten Rokokoensembles in Mitteldeutschland. Gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt fördert der Bund den umfassenden „Masterplan Bau- und Gartendenkmalpflege“ und trägt dazu bei, dieses UNESCO-Welterbe lebendig zu erhalten. Ich freue mich, dass die Sanierungsarbeiten in Schloss Mosigkau nun starten können. Ebenso freue ich mich, dass nun auch das Gotische Haus – eines der frühesten neugotischen Bauwerke Deutschlands – durch das Programm „KulturInvest“ Mittel für die denkmalgerechte Sanierung erhalten wird. Mein besonderer Dank gilt dem Haushaltsausschluss des Deutschen Bundestags, der immer wieder Mittel für Investitionen in bedeutende Kulturbauten zur Verfügung stellt.“
Mit der denkmalgerechten Sanierung des Westlichen Kavalierhauses, des angrenzenden Wirtschaftsflügels sowie der Toranlagen auf der Schlossseite des Ehrenhofs wird ein Kernbereich des Schlossensembles Mosigkau konstruktiv gesichert und wiederbelebt. Dass eine umfassende Sanierung notwendig ist, zeigen unter anderem Schäden an den Fassaden, am Dachtragwerk und der Eindeckung sowie der überholte technische Zustand der Gebäude. Bereits zum Ende des Jahres werden erste Rückbauarbeiten im Inneren des Kavalierpavillons und des Wirtschaftsflügels beginnen. Anschließend sind Rohbauarbeiten, Ausbauarbeiten und Arbeiten an der Haustechnik sowie an den Außenanlagen bis 2029 vorgesehen. Der Westliche Kavalierpavillon soll künftig wieder als Ticketkasse, Museumsshop und Verwaltungsstandort genutzt werden, während der Wirtschaftsflügel der Museumspädagogik dienen und so eine wichtige Rolle in der Bildungs- und Vermittlungsarbeit am Standort Mosigkau übernehmen soll.
Dass der Masterplan weit mehr sei als ein Investitionsprogramm, betont Rainer Robra, Staatsminister und Minister für Kultur: „Er ist ein Bekenntnis dazu, das kulturelle Erbe, das uns anvertraut ist, nicht nur zu erhalten, sondern es lebendig zu bewahren und für die Zukunft zu stärken. Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist ein kultureller Leuchtturm, der Geschichte, Kunst und Natur auf einzigartige Weise verbindet. Es ist ein Ort, an dem europäische Gartenkunst, Architektur und Aufklärungsideale bis heute erlebbar sind – und der Menschen aus aller Welt inspiriert. Das Schloss Mosigkau, in dem die Umsetzung des Masterplans nun auch beginnen wird, ist mit seiner großartigen Gemäldesammlung ein besonderer touristischer Höhepunkt des Gartenreich-Ensembles.“
Auch Barrierefreiheit spielt bei der Sanierung eine wichtige Rolle: Hinter dem Westlichen Kavalierpavillon wird nach geplanten baulichen Maßnahmen Raum für eine Rampe geschaffen. Diese ermöglicht einen barrierearmen Zugang zur Museumskasse und dem Museumsshop. Auch die museumspädagogischen Räume werden barrierearm zugänglich sein. Prof. Dr. Harald Meller, kommissarischer Vorstand und Direktor der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, betont die Verknüpfung von Denkmalpflege und moderner Nutzung: „In einem behutsamen Zusammenspiel wird hier denkmalgerecht restaurieret und gleichzeitig ein lebendiger Ort für Kultur, Bildung und zeitgemäßen Tourismus geschaffen. Das stärkt das Verständnis der Menschen für die Geschichte des Schlosses Mosigkau und die Bedeutung des Gartenreichs.“
Die Voruntersuchungen brachten einen überraschenden Befund zutage, der die Farbgebung der Gebäude betrifft: Im Traufbereich des Kavalierpavillons, am Schloss, am Gärtnerhaus und an den Orangerien konnte zweifelsfrei ein gebrochenes Weiß als ursprünglicher spätbarocker Farbton festgestellt werden. Da diese Farbgebung bauzeitlich ist, werden die Gebäude wieder den originalen Anstrich erhalten. Um den Betrieb der Bauwerke nachhaltiger zu gestalten, wird die Heizungsanlage im Östlichen Kavalierhaus auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe umgerüstet. Im Außenbereich des Westlichen Kavalierhauses werden Zisternen eingebaut, um Regenwasser für die Bewässerung der Gartenanlage nutzbar zu machen
Auf dem Gruppenfoto 1 sind zu sehen (v.l.n.r.): Dr. Gunnar Schellenberger (Präsident des Landtags von Sachsen-Anhalt), Prof. Dr. Harald Meller (kommissarischer Vorstand und Direktor der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz), Rainer Robra (Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt), Dr. Wolfram Weimer (Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien), Robert Hartmann (Leiter der Abteilung für Baudenkmalpflege der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz), Karin Tschernich-Weiske (Mitglied des Landtags, CDU), Holger Hövelmann (Mitglied des Landtags, SPD), Dr. Robert Reck (Oberbürgermeister von Dessau-Roßlau). Foto: (c)KsDW/Peter Dafinger


