Samstag, 18.04.2026

Wittenberg (aw). Noch waren sie bis zuletzt ein gut gehütetes Geheimnis: drei neue Fahnen für die Kreishandwerkerschaft, die Kfz-Innung und die Bauinnung. Am 18. April war es dann so weit – in der Schlosskirche wurden sie feierlich enthüllt und geweiht. Für das Wittenberger Handwerk ein besonderer Tag, der deutlich machte: Hier lebt Tradition weiter.

Fotos: Franziska Schütt Meier

„Ein Tag, an dem Geschichte spürbar wird und der Zusammenhalt in der Kreishandwerkerschaft weiter wächst“, betonten Kreishandwerksmeister und Bau-Obermeister Enrico Reinecke sowie sein Stellvertreter René Peper, Obermeister der Kfz-Innung, bereits im Vorfeld. Für beide ist klar: Die Fahnenweihe ist weit mehr als ein Ritual – sie ist gelebte Identität des Handwerks.

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Der Festtag begann am Haus des Handwerks, wo sich der feierliche Umzug gemeinsam mit dem Wittenberger Fanfarenzug in Bewegung setzte. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hatte der ehemalige Ministerpräsident Reiner Haseloff übernommen. Zahlreiche Gäste aus Politik, Handwerk und befreundeten Kreishandwerkerschaften nahmen teil, darunter Delegationen aus Jüterbog, Bitterfeld, Dessau und dem Harz, und begleiteten den Zug in Richtung Schlosskirche.

Vor der Thesentür sammelte sich das Handwerk, bevor es gemeinsam in die Schlosskirche einzog. Dort folgte der Höhepunkt des Tages: die ökumenische Weihe gleich dreier neuer Fahnen – für die Kreishandwerkerschaft, die Kfz-Innung und die Bauinnung. Die liturgische Gestaltung übernahmen Pfarrerin Birgit Neumann-Becker und Pfarrer Michael Poschlod, die Lesung hielt Matthias Pohl, für die musikalische Begleitung sorgte Philipp Spielmann. Die Fahnen wurden feierlich enthüllt und gesegnet.

Schlosskirchen-Kustos Jörg Bielig erinnerte daran, wie tief das Handwerk in der Geschichte verwurzelt ist: Schon zu biblischen Zeiten sei ein Leben ohne Handwerk undenkbar gewesen – selbst Jesus Christus war Zimmermann. Die Bedeutung der Fahnen ist bis heute ungebrochen: Kreishandwerksobermeister, Enrico Reinecke nahm die Bannerfahnen entgegen, die zuvor feierlich gesegnet wurde.

Auch persönliche Worte prägten den Gottesdienst. Enrico Reinecke erinnerte daran, wie stark sich das Handwerk entwickelt habe – von wenigen Betrieben hin zu einer wachsenden Gemeinschaft: „Unsere Geschichte ist jung und gleichzeitig voller Tradition“, sagte er. Peper hob besonders die Bedeutung des Zusammenhalts hervor, während beide betonten, dass die neuen Fahnen ein sichtbares Zeichen dieser Entwicklung seien.

Eine besondere Rolle spielte der Nachwuchs: Die Fahne der Innungen wurde feierlich durch die Thesentür von den frisch ausgezeichneten Gesellen getragen – den besten Auszubildenden des Jahrgangs 2026. Sie übernahmen damit eine sichtbare Verantwortung für die Zukunft des Handwerks. „Das zeigt, dass Tradition und Zukunft zusammengehören“, so René Peper. Vor dem Ausgang wurde zudem für das Hospiz gesammelt. 

Auf dem anschließenden Weg zum Marktplatz begleiteten auch wieder die Fahnenpaten der befreundeten Innungen den Zug. Ein Bild, das es in dieser Form in Wittenberg bislang noch nicht gegeben hatte. Dort hielt Oberbürgermeister Torsten Zugehör eine Ansprache, bevor es weiter zum Zunfthof am südlichen Kirchplatz ging, wo der Tag beim gemeinsamen Beisammensein ausklang.

Von Redaktion