Samstag, 18.04.2026

Dessau (md/wg). Sachsen-Anhalt ist nicht gerade für seine alpine Landschaft bekannt, doch beim 6. Sinfoniekonzert am 23. und 24. April, Beginn jeweils um 19.30 Uhr, lässt das Anhaltische Theater im Großen Haus eine alpine Klangwelt entstehen. An beiden Konzertterminen findet jeweils um 18.30 Uhr eine Konzerteinführung im Foyer statt.

Die „Alpensinfonie“ ist die letzte und längste der Sinfonischen Dichtungen von Richard Strauss – ein monumentales einsätziges Orchesterwerk, niedergeschrieben im Winter 1914/15 im heimatlichen Garmisch im Angesicht der Zugspitze und des Wettersteingebirges. Im Laufe einer knappen Stunde erlebt der Hörer im Zeitraffer einen Tag im Hochgebirge: den Aufbruch noch vor Sonnenaufgang, den allmählichen Aufstieg zum Gipfel, den Abstieg während eines Gewitters bis zur Rückkehr bei hereingebrochener Dunkelheit.

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Zur Darstellung dieser musikalischen Bergwanderung verwendet Strauss ein überdimensioniertes Orchester mit zusätzlichen Instrumenten wie Orgel, Wind- und Donnermaschine sowie Herdengeläute, dem er eine faszinierende Vielfalt von Klangfarbenkombinationen und -mischungen zu entlocken weiß, durchaus nicht nur immer in kompakten Tuttipassagen, sondern ebenso in subtilen, fast kammermusikalischen Episoden.

„Jetzt habe ich endlich instrumentieren gelernt“, äußerte Strauss nach der Generalprobe vor den Musikern der Dresdner Hofkapelle, die das Werk am 28. Oktober 1915 unter der Leitung des Komponisten in der Berliner Philharmonie aus der Taufe hoben. Zehn Jahre zuvor hatte Richard Strauss in seinem Amt als Königlich-Preußischer Hofkapellmeister die Berliner Erstaufführung des Violinkonzerts von Jean Sibelius dirigiert, das in dieser wesentlich überarbeiteten Neufassung heute zum Standardrepertoire gehört.

Dieses Werk rundet das Sinfoniekonzert ab, dargeboten von der international renommierten Geigerin Liv Migdal (siehe Foto). Das Werk eröffnet dem Soloinstrument einen großen interpretatorischen Spielraum, sowohl in technisch-virtuoser als auch in musikalisch-ausdrucksmäßiger Hinsicht. Mit seinen dunklen Klangfarben und seiner schwerblütigen Melodik ist das Stück Ausdruck von Sibelius’ eigenwilliger Künstlerpersönlichkeit. Karten sind an allen Vorverkaufsstellen des Anhaltischen Theaters, im Internet unter www.anhaltisches-theater.de und an der Abendkasse erhältlich. Foto: © Zuzanna Specjal

Von Redaktion

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