Montag, 20.04.2026

Dessau (md/wg). Mit der Wahl von Dr. Jan Brademann (siehe Foto) ist die Frühjahrssynode der Evangelischen Landeskirche Anhalts am Sonnabend zu Ende gegangen. Der Archivar der Landeskirche und bisherige Beisitzer des Präsidiums erhielt 31 Ja-Stimmen, zwei Gegenstimmen, zwei Stimmen waren ungültig. Brademann hatte die Synode bereits kommissarisch geleitet. Der frühere Präses, Andreas Köhn, hatte wenige Wochen zuvor das Amt aus beruflichen Gründen niedergelegt und wurde im Gottesdienst offiziell verabschiedet.

Brademann war einziger Kandidat. Nach seiner Wahl sagte er: „Die Strategie Anhalt 2035 braucht nun ein Prozessdesign, klare Zuständigkeiten und Fristen sowie eine Analyse der bestehenden und künftigen Aufgaben von Kirche.“ Die jetzt anstehenden Prozesse und Veranstaltungen zielen immer auch darauf, dass „wir als Landeskirchengemeinde zusammenkommen, dass wir uns fröhlich unseres Glaubens versichern und unseren Zusammenhalt stärken.“ Es gehe außerdem darum, „dass wir gemeinsam mit vielen anderen Menschen Ja sagen zu diesem wundervollen Land, seiner Geschichte und Kultur und vor allem auch der Freiheit und der Solidarität, auf denen es steht und auf denen es weiter gedeihen wird.“

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Zuvor hatten die Synodalen einmütig Änderungen am Gewaltschutzgesetz beschlossen. So ist unter anderem die Einrichtung einer unabhängigen Anerkennungskommission gemeinsam mit der EKM und der Diakonie vorgesehen. Sie soll Betroffenen, die sexualisierte Gewalt durch Mitarbeitende erfahren haben, Unterstützung anbieten.

Ein weiteres Thema war die Strategie Anhalt 2035, dabei standen am Sonnabend die Kirchenimmobilien im Mittelpunkt. Pfarrerin Bärbel Spieker (Gemeindeverband Oranienbaum-Wörlitz) vom Strategieausschuss stellte einen Überblick und erste strategische Überlegungen vor. Die Synode stimmte einem Pilotprojekt zu, das, vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeinden, im Verbund Bernburg Nordwest realisiert werden soll. Dabei geht es um eine fundierte Bestandsaufnahme und um die Entwicklung von Kriterien für die Zukunft von anhaltischen Kirchenimmobilien.

Die Synode beauftragte den Verfassungs- und Rechtausschuss, einen Vorschlag für die Änderung der Verfassung vorzulegen. Dabei geht es um die Einführung eines „Erprobungsartikels“, der im Transformationsprozess befristete Abweichungen von verfassungs- und einfachgesetzlichen Regelungen ermöglicht. Bei der Herbstsynode sollen entsprechende Vorschläge dargelegt und diskutiert werden. Der Beschluss wurde mit zwei Gegenstimmen und sechs Enthaltungen angenommen. Zum Abschluss der Synode lud der neue Präses zum Kirchentag in Dessau ein, den die Landeskirche kurz vor der Landtagswahl für den 30. August plant.

Dr. Jan Brademann

Der Historiker und Archivar ist verheirateter Familienvater. Er wurde 1977 in Wolfen geboren. Brademann studierte Geschichte in Halle und Caen und promovierte in Münster. Seit 2019 ist er Leiter des Archivs der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Brademann ist Autor, Herausgeber und Rezensent zahlreicher geschichtswissenschaftlicher Fachveröffentlichungen mit dem Schwerpunkt der Kirchengeschichte Anhalts. Seit 2015 ist er ordentliches Mitglied der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt. Foto: ©S. Reh

Von Redaktion

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