Bad Schmiedeberg (wg). Vom 14. Juni bis 7. Juli 2024 zeigt die Evangelische Stadtkirche Bad Schmiedeberg die Ausstellung „Demokratie braucht Erinnerung – Demokratie braucht jeden!“ vom Martin-Luther-King-Zentrum Werdau. Die Wanderausstellung mit 20 Roll-Ups greift die Entstehung der deutschen Demokratie seit dem 19. Jahrhundert auf. Die Roll-ups enthalten zudem QR-Codes für weiterführende Informationen.
Die Demokratie ist im Grundgesetz als eines der zentralen Strukturprinzipien der Bundesrepublik verankert und bildet die Grundlage des staatlichen Handelns. Doch Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie kann auch – wie in Vergangenheit und Gegenwart an vielen Stellen der Welt zu sehen – verloren gehen. Demokratie ist kein statischer Zustand, sondern eine ständige Herausforderung.
Während sich in der Bundesrepublik Deutschland 1949 eine parlamentarische Demokratie etabliert, wird in der Deutschen Demokratischen Republik eine Diktatur unter der kommunistischen SED errichtet. Vierzig Jahre später bringen die DDR-Bürgerinnen und -Bürger die SED-Diktatur friedlich zu Fall. Sie haben sich die Demokratie selbst erkämpft. Mit der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 tritt die freiheitlich-demokratische Ordnung auch für den Osten Deutschlands in Kraft.
In den letzten Jahren ist die Unzufriedenheit mit dem Zustand der Demokratie bemerkenswert gestiegen. Politikverdrossenheit, sinkende Wahlbeteiligung und das Erstarken von populistischen Tendenzen sind ein erhebliches Gefahrenpotential für die Demokratie. Doch Demokratie ist wertvoll und keine Selbstverständlichkeit: „Demokratie braucht Erinnerung!“ Es gilt sie wach zu halten und ihre Grundwerte der Freiheit, Gleichheit und sozialen Gerechtigkeit mit allen demokratisch zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen.
In einer funktionierenden Demokratie reicht die bloße Existenz von demokratischen Institutionen nicht aus. Demokratie benötigt demokratisches Engagement und damit die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für diese Gesellschaft. Demokratie lebt von der Fähigkeit, bei gesellschaftlichen Problemen und Herausforderungen miteinander zu diskutieren und Lösungen zu finden. Zu ihren Spielregeln gehört auch die Anerkennung des Anderen in seiner politischen Überzeugung, der Verzicht auf einen eigenen Absolutheitsanspruch, die Offenheit für die Argumentationen anderer und vor allem die Fähigkeit, gemeinsam Kompromisse zu verhandeln und einzugehen.
Zu besichtigen ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Evangelischen Stadtkirche dienstags von 10 bis 12 Uhr, freitags von 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Anmeldungen, vor allem auch für Gruppen, sind unter 0160/36 5 6414 möglich. Der Eintritt ist jeweils frei, um eine Spende zur Deckung der Unkosten wird freundlich gebeten.
Bild: Blick in die neue Wanderausstellung. Foto: Veranstalter

