Oranienbaum (md/wg). Der Delphinbrunnen im barocken Gartenparterre des Schlossparks Oranienbaum wurde einer umfangreichen Frischekur unterzogen, Jahrzehnte der Witterung verursachten zahlreiche Risse, verschobene Steine und Verschmutzungen. Deshalb wurde der Brunnen denkmalgerecht restauriert, Verschmutzungen und biogener Bewuchs wurden schonend entfernt, schadhafte Fugen und ältere Steinergänzungen überarbeitet und gelockerte Bereiche der Brunnenfigur gefestigt.
Farbige Retuschen helfen, störende ältere Reparaturen behutsam in das Gesamtbild einzufügen. Auch der stark geschädigte Brunnenboden wurde instandgesetzt. Ziel war es, die historische Erscheinung zu bewahren und dem Delphinbrunnen wieder ein harmonisches Erscheinungsbild zu geben. Da der erste Frost vor der Tür steht, wird der Brunnen erst wieder im kommenden Frühjahr einen besonderen Blickfang bieten, dann wird von April bis Oktober aus fünf in der breiten Brunnenschale befindlichen Düsen frisches Wasser in das große Becken sprudeln.
Die Brunnenschale wird von vier ineinander verschlungenen Flossentieren getragen. Diese „Delphine“ haben Schuppen, Augenschwülste und große Schnauzen, die eher an Hunde oder Schweine erinnern. Vermutlich hat der Bildhauer selbst nie einen Delphin zu Gesicht bekommen. Die Brunnenschale und die kunstvoll gearbeitete Stütze aus Sandstein wurden 1998 als originalgetreue Kopie neu angefertigt und im Zuge der Sanierung mit einer elektrischen Wasserpumpe ausgerüstet. Foto: Wolfgang Gorsboth

