Wörlitz (md/wg). Wie in ganz Deutschland wird auch in Anhalt am 9. November vielerorts der Opfer des Pogroms von 1938 gedacht. Evangelische Kirchengemeinden beteiligen sich an dem Gedenken oder initiieren es. Geplant sind unter anderem Andachten, Gespräche und Musik. Bei dem Pogrom brannten in Deutschland mehr als 1.400 Synagogen und jüdische Gemeinden wurden vernichtet. „Das menschenverachtende Geschehen von damals darf nicht vergessen werden“, sagt Anhalts Kirchenpräsident Karsten Georg Wolkenhauer. Es sei gerade in der heutigen Zeit gut und richtig, dass an die Opfer und die jüdischen Traditionen erinnert werde.
In Wörlitz wird bereits am 7. November um 15 Uhr mit einer Andacht mit Pfarrerin Christine Reizig in der Gedenkstätte der Pogromopfer gedacht. Der Posaunenchor Oranienbaum unter der Leitung von Peter Waage begleitet das Gedenken musikalisch. Die Wörlitzer Synagoge (siehe Foto) konnte 1938 durch das mutige Einschreiten von Parkinspektor Hans Hallervorden gerettet werden. In Harzgerode sind Einwohnerinnen und Einwohner um 14 Uhr zu einer Gedenkstunde auf den Jüdischen Friedhof eingeladen.
Die Jeßnitzerinnen und Jeßnitzer treffen sich am 9. November, 15 Uhr, auf dem Jüdischen Friedhof. In Zerbst findet das Pogromgedenken ebenfalls um 15 Uhr am Gedenkmal St. Nicolai statt. In Köthen beginnt das Gedenken am 9. November um 17 Uhr am Platz der ehemaligen Synagoge in der Burgstraße. Anschließend ist eine Fahrt nach Gröbzig in die Synagoge zu einem Konzert mit Orgelmusik geplant. Foto: W. Gorsboth/Archiv


