Di.. Okt. 27th, 2026

Bad Schmiedeberg (md/wg). Die Ökumenische FriedensDekade steht 2026 unter dem Motto „couragiert widerständig“ und findet vom 8. bis 18. November statt. Die jüdisch-christliche Tradition überliefert zahlreiche Beispiele dafür, wie Menschen Hass und Gewalt durch mutige und unkonventionelle Entscheidungen etwas Wirkungsvolles entgegensetzten. Das Jahresmotto will Zeichen für Freiheit setzen und dazu ermutigen, aus der Logik von Angst und Gewalt auszubrechen.

Das Motto greift eine Erfahrung auf, die viele Menschen teilen: Die Welt scheint zunehmend aus den Fugen zu geraten. Kriege und bewaffnete Konflikte prägen die Nachrichten, demokratische Werte werden vielerorts infrage gestellt, die Klimakrise schreitet voran, gesellschaftliche Polarisierungen nehmen ebenso zu wie soziale Ungleichheit. Angesichts dieser Herausforderungen erscheint es oft einfacher, sich zurückzuziehen oder zu resignieren. „Die FriedensDekade setzt mit ihrem Motto bewusst einen anderen Akzent“, betont Pfarrer i.R. Christoph Krause, „sie lädt dazu ein, die Hoffnung nicht aufzugeben und sich für Menschenwürde, Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.“

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Denn Frieden beginnt nicht erst in der großen Politik. Er beginnt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, füreinander einstehen und sich gegen Ausgrenzung, Hass und Gewalt stellen. „Couragiert widerständig“ bedeutet deshalb mehr als die Verteidigung demokratischer Institutionen. Es bedeutet auch, aufmerksam zu bleiben gegenüber Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Ausgrenzung. „Es bedeutet, die Würde jedes Menschen ernst zu nehmen und sich für eine Gesellschaft einzusetzen, die von Respekt, Solidarität und Gewaltfreiheit geprägt ist“, sagt Krause. Dabei geht es nicht um Heldentum, sondern um viele kleine und große Schritte im Alltag: Menschen beizustehen, die diskriminiert werden, sich für Frieden und Verständigung einzusetzen, Verantwortung in Kirche, Gesellschaft und Nachbarschaft zu übernehmen oder sich gemeinsam mit anderen für eine gerechtere Welt stark zu machen.

Auch die Gemeinden der Kurstadt Bad Schmiedeberg und des Pfarrbereichs Bad Schmiedeberg-Pretzsch wollen sich dem Motto der FriedensDekade nähern. Die Ausstellung „Gesichter des Friedens“ in der Stadtkirche präsentiert Frauen und Männer, die sich weltweit für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Das Friedensgebet mit dem Abendsingen der Kurende findet am 7. November, 18.30 Uhr, in der Evangelischen Stadtkirche Bad Düben statt. Der Bittgottesdienst für den Frieden in der Welt wird am 8. November um 9.30 Uhr in der Stadtkirche Bad Schmiedeberg und um 11 Uhr in der Stadtkirche St. Nikolaus in Pretzsch abgehalten.

Am 9. Novewmber, 19.30 Uhr, zeigt das Kirchenkino im Gemeindehaus, Kirchstraße 5, den Film „Der Störenfried – Ermittlungen zu Oskar Brüsewitz“. Aus privaten Fotos, Briefen, Filmaufnahmen und Interviews mit Zeitzeugen formt der dokumentarische Film von 1992 das Bild des evangelischen Pfarrers Oskar Brüsewitz, eines radikalen Christen in der DDR, der sich 1976, also vor genau 50 Jahren, aus Protest gegen den die Glaubensfreiheit unterdrückenden Staat in Zeitz öffentlich verbrannte. Am 10. November, 19.30 Uhr, gibt es im Gemeindehaus einen Gesprächsabend mit Lothar Rochau, Der damalige Diakon geriet wegen seiner Jugendarbeit in Halle 1983 ins Visier der Stasi, wurde verhaftet und abgeschoben. 1990 kehrte er zurück und baute das Jugendamt seiner Heimatstadt auf. Seine Erfahrungen vor und nach der „Wende“ verarbeitet er in seiner Autobiografie „Marathon gegen Mauern“.

Der Laternenumzug zum Martinstag am 11. November beginnt um 17 Uhr an der katholischen Kirche, im Kurhausgarten gibt es die Martinslegende Teil 1 und von dort geht es dann mit Ritter Martin zu Pferd durch die Innenstadt zur evangelischen Stadtkirche, wo die Martinslegende mit Gänsen fortgesetzt wird und anschließend werden – nicht der Mantel – wohl aber die Martinshörnchen geteilt. Das Friedensgebet mit Friedrich Kramer findet am 12. November, 18.30 Uhr, in der Stadtkirche Bad Düben statt, anschließend steht der Bischof der EKM und Friedensbeauftragter der EKD im Lutherhaus für Gespräche bereit. Eine Konzertlesung mit dem Berliner Christian Kercher widmet sich am 14. November, 19.30 Uhr, im Gemeindehaus Hanns Dieter Hüsch, eine musikalisch-literarische Hommage an der großen Kabarettisten vom Niederrhein, der sein Leben lang couragiert und widerständig war. Die FriedensDekade geht am 19. November (Buß- und Bettag), 19 Uhr, in der katholischen Kirche St. Maria Regina Pacis zu Ende mit einem ökumenischen Abendgottesdienst aller beteiligten Gemeinden.

Bild: Zwei Friedenstauben durchbrechen die Gitterstäbe eines Gefängnisses: Der Entwurf des Dortmunder Grafikers Olaf Warburg ist das Plakatmotiv für das Aktionsjahr 2026 der Ökumenischen FriedensDekade.

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