Wittenberg (aw). Die Wittenberger Kunstwege werden heute eröffnet. Ab 18.30 Uhr sind im Alten Rathaus die Arbeiten der fast 50 beteiligten Künstlerinnen und Künstler zu sehen. Bis zum 11. September wird die Altstadt anschließend selbst zur Galerie: Schaufenster, Cafés, Hotels, Friseursalons, Ateliers, der Kunsthof, die Stadtwerke und weitere Einrichtungen werden zu Ausstellungsorten.

Organisiert werden die Kunstwege vom Künstlerpaar Sylvia Topanka-Freihube und Bertram Freihube. Unterstützung bei Organisation und Kommunikation erhalten sie von Eric Schlüter von der Wittenberg Marketing GmbH. „Die Kunstwege zeigen, wie viel kreative Energie in unserer Stadt steckt“, sagt Schlüter. Besonders wichtig sei die Belebung der Altstadt und die Vernetzung der Kulturszene, die „immer mehr zusammenwächst“, freut sich Sylvia Topanka-Freihube.
Das diesjährige Motto lautet „30 Jahre UNESCO-Welterbe“. Die Künstler konnten sich dabei frei mit dem Thema auseinandersetzen. „Wir haben das Thema den Künstlern mitgegeben. Mal sehen, wer was daraus macht. Wir sind gespannt“, sagt Bertram Freihube.
Dass die Kunstwege inzwischen fest zum Wittenberger Kulturleben gehören, zeigt die Entwicklung des Projekts. Begonnen hatte die Reihe mit 22 Künstlerinnen und Künstlern. Nach der Wiederaufnahme im Jahr 2024 waren bereits knapp 40 Kunstschaffende dabei. In diesem Jahr sind es nun fast 50. „Das ist schon ein Zeichen“, sagt Bertram Freihube.
Vom Rathaus durch die Altstadt
Nach der Eröffnung im Großen Ratssaal beginnt um 19.30 Uhr die erste gemeinsame Führung durch die Ausstellungsorte. Treffpunkt ist das Rathausportal. „Das ist wirklich der schönste Moment“, sagt Sylvia Topanka-Freihube. „Man geht gemeinsam durch die Stadt, hört Geschichten zu den Werken und kommt miteinander ins Gespräch.“
Weitere Führungen sind am 22. August zur ErlebnisNacht, am 28. August nach der Midissage der Ausstellung „30 Jahre Jugendkunstschule“, am 5. September sowie am 11. September nach der Finissage geplant. Begleitet werden die Rundgänge jeweils von unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern – und bieten damit jedes Mal neue Einblicke.
Kunst soll zum Mitmachen einladen
Wie eng die Wittenberger Kunstszene inzwischen miteinander verbunden ist, zeigt sich auch abseits der Kunstwege. Sylvia Topanka-Freihube, die sich intensiv mit Kalligrafie beschäftigt und als Kunstlehrerin an der Rosa-Luxemburg-Schule arbeitet, und Bertram Freihube geben regelmäßig Kurse und Workshops. Viele Teilnehmer hätten dort erstmals den Mut gefunden, ihre eigenen Arbeiten öffentlich zu zeigen.
Gemeinsam engagieren sie sich zudem bei „Eine Stadt zeichnet. Lutherstadt Wittenberg“, einem Projekt aus dem Stadtlabor mit Yadegar Asisi und Mario Stieber. „Viele glauben, sie können nicht zeichnen“, sagt Sylvia Topanka-Freihube. „Dabei muss man sich oft nur trauen, anzufangen.“
Genau darin sehen die Organisatoren auch den Kern der Kunstwege: Menschen zusammenbringen, Kreativität sichtbar machen und die Altstadt mit Leben füllen. Orientierung geben wieder die farbigen Punkte auf dem Pflaster. Über QR-Codes können Besucher Informationen zu den Künstlern, ihren Biografien und den jeweiligen Ausstellungsorten abrufen.
Fotos: Antje Weiß


