Mi.. Juni 3rd, 2026

Kemberg (md/wg). Der Kultur- und Kunstverein Kemberg lädt ein zu einem öffentlichen Vortrag am Freitag, dem 5. Juni, um 18 Uhr in der Alten Knabenschule (siehe Foto). Prof. Dr. L. Nebelsick referiert zum Thema „Lucas Cranach und sein Kemberger Altar“. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht ein Thema, das eng mit Kemberg, seiner kirchlichen Geschichte und dem kulturellen Erbe der Region verbunden ist. Der Vortrag richtet sich nicht nur an geschichtlich Interessierte, sondern auch an alle, die mehr über die Bedeutung des Kemberger Altars und seine Verbindung zu Lucas Cranach erfahren möchten.

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Nach dem Tod des Reformators Martin Luther in Eisleben wurde dessen sterbliche Hülle auf dem Rückweg nach Wittenberg für eine Nacht vom 21. zum 22. Februar 1546 in Kemberg aufgebahrt. Der langjährige Kemberger Pfarrer Bartholomäus Bernhardi wurde schon Luthers Freund, als der noch 15-jährig in Eisenach auf der Lateinschule büffelte – und er blieb es zeitlebens. Immerhin 14-mal predigte der Reformator in Kemberg.

So war es kein Geringerer als der spätere Wittenberger Bürgermeister Lucas Cranach der Jüngere, der anno 1565 auch einen gewaltigen Altar für Kembergs spätgotische Stadtkirche St. Marien schuf. 429 Jahre lang war das über fünf Meter hohe und aus zwei Flügelpaaren bestehende Kunstwerk – es zeigt unter anderem die Taufe Christi mit Luther als Taufpaten – der Stolz der Stadt. Doch ein Schwelbrand, der die Kirche in der Nacht vom 8. zum 9. November 1994 heimsuchte, vernichtete einen Großteil des Altars.

Nach dem Brand 1994 gab es zunächst eine Vielzahl Schadensanalysen, Gutachten, Fachdebatten. Danach konservierten und restaurierten Experten nach allen Regeln der Kunst den Altar, ohne aber die Brandstellen zu retuschieren. Seit dem Jahr 2000 befindet sich das, was von Cranachs Original gerettet wurde, wieder in der Kemberger Kirche – jedoch nicht mehr im Chorraum, sondern in einer speziell hergerichteten Sakristei. Hier sind die Flügelreste bei Führungen öffentlich zugänglich.

Organisiert wird die Veranstaltung von der Gruppe „Heimatgeschichte“ des Kultur- und Kunstvereins Kemberg. Der Verein setzt damit seine Arbeit fort, lokale Geschichte sichtbar zu machen und einem breiten Publikum zu vermitteln. Foto: W. Gorsboth

Von Redaktion

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