Dessau (md/wg). Der Ballettabend mit Choreografien von Kurt Jooss und Stefano Giannetti, der im September 2025 die 231. Spielzeit am Anhaltischen Theater einläutete, kehrt 2026 ein letztes Mal im Viererpack auf die Große Bühne zurück: Aufführungen im Großen Haus sind am 29. Januar um 18 Uhr, am 30. Januar um 19.30 Uhr sowie am 31. Januar und 1. Februar, jeweils um 17 Uhr. Karten sind an allen Vorverkaufsstellen des Anhaltischen Theaters, im Internet unter www.anhaltisches-theater.de und an der Abendkasse erhältlich.
Das Anhaltische Theater schuf mit dem Doppeltanzabend „Valses/Der Grüne Tisch“ den würdigen Rahmen für das 100-jährige Bauhausjubiläum. Mit seiner Choreografie „Der Grüne Tisch“ schaffte es Kurt Jooss 1932, seinen Namen in der Geschichte des Tanzes zu etablieren. „Der Grüne Tisch“ gilt als eines der bedeutendsten Antikriegsballette, eine Anklage gegen Gewalt und Krieg.
An einem Konferenztisch treffen sich zehn Herren, um fern vom Schlachtfeld über das Schicksal von Millionen von Menschen zu entscheiden. Der Einfluss von Oskar Schlemmers „Triadischem Ballett“ auf Jooss’ expressionistische Tanzbewegungen ist unbestreitbar. Letztlich waren beide nicht nur befreundet, sondern suchten auch gemeinsam nach neuen Wegen für den deutschen Tanz. Mit diesem „Totentanz“ greift Jooss die klare Formensprache des Bauhauses auf und reduziert Bewegungen, Gesten und Figuren auf das Wesentliche.
In Kontrast dazu stehen Maurice Ravels „Valses nobles et sentimentales“ und „La Valse“, letzteres komponiert unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs, eine musikalische Reflexion über Vergänglichkeit. Zuerst noch begeistert vom Krieg wurde Ravel 1915 Kraftfahrer im militärischen Sanitätsdienst und hatte direkten Kontakt zu den verwundeten Soldaten. Die Begeisterung ließ schnell nach, und das Grauen dieser Lebenserfahrung prägte sein späteres Werk.
Ballettdirektor Stefano Giannetti setzt mit Ravels „Valses“ ein Werk in Bewegung um, mit dem der Komponist den Märschen des Militärs eine diabolische Apotheose des Wiener Walzers entgegensetzte. Mit der Verbindung der Werke „Der Grüne Tisch“ und Ravels „Valses“ entsteht ein Ballettabend, der die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft und nach der Zukunft fragt. Foto: ©Claudia Heysel

