Wittenberg (md/wg). Anlässlich des 100. Geburtstags von Siegfried Lenz veranstalten die Stiftung Leucorea und die Siegfried-Lenz-Stiftung am 21. und 22. Oktober 2026 in Lutherstadt Wittenberg die interdisziplinäre Tagung „Siegfried Lenz – neue Perspektiven auf sein Werk“. Ziel der Veranstaltung ist es, aktuelle Forschungsansätze zusammenzuführen und neue Zugänge zu einem Oeuvre zu eröffnen, dessen literarische, politische und gesellschaftliche Relevanz bis heute ungebrochen ist. Die Tagung, gefördert von der Friede-Springer-Stiftung, wird von Dr. Maren Ermisch und Dr. Karl Tetzlaff, Geschäftsführer der Stiftung Leucorea, organisiert.
Am 17. März 2026 wäre der Schriftsteller Siegfried Lenz (1926–2014) einhundert Jahre alt geworden. Er zählt zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Sein umfangreiches Werk – Romane, Erzählungen, Hörspiele und Essays – umfasst mehr als einhundert Veröffentlichungen und kreist um zentrale Fragen deutscher Geschichte und Erinnerungskultur im 20. Jahrhundert.
Die im Tagungsprogramm enthaltenen Vorträge beleuchten das Werk von Siegfried Lenz aus unterschiedlichen Perspektiven und nehmen sowohl zentrale Motive als auch bislang weniger beachtete Aspekte in den Blick. Im Mittelpunkt stehen Fragen von Heimat und Identität, Schuld und Moral, Vergänglichkeit, Verlust und Erinnerung. Darüber hinaus wird die Bedeutung masurischer Landschaften für das Schreiben von Lenz ebenso untersucht wie die transatlantischen Dimensionen seines Politikverständnisses. Weitere Beiträge widmen sich mythischen Konstellationen in seinem Werk sowie der symbolischen und poetischen Funktion von Naturdarstellungen, insbesondere der Vogelmotivik.
Ein besonderer Programmpunkt ist die Präsentation des 2026 im Carlsen Verlag erschienenen Bandes „Siehst du es? Grafische Erzählungen über den Schriftsteller Siegfried Lenz“. Die anschließende Podiumsdiskussion fragt nach der Gegenwartsbedeutung von Siegfried Lenz in Universität, Schule und Gesellschaft und richtet den Blick auf die Möglichkeiten einer zeitgemäßen Vermittlung seines Werks. Die Tagung versteht sich damit nicht nur als Forum für den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch, sondern auch als Ort der Reflexion über die anhaltende Aktualität und das kulturelle Erbe eines der wichtigsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts.
Dr. Maren Ermisch studierte Germanistik und Anglistik in Kiel und wurde 2015 am Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen mit einer Arbeit über Theodor Fontane promoviert. Seit 2024 arbeitet sie am Germanistischen Institut der Universität Münster an der großen kommentierten Frankfurter Ausgabe der Werke Thomas Manns mit. Seit 2015 gehört sie zu einer Arbeitsgruppe, die die Hamburger Ausgabe der Werke von Siegfried Lenz erarbeitet und ist seit 2021 Mitherausgeberin dieser Ausgabe.
Zur Tagung wird herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. Anmeldungen werden an sekretariat@leucorea.uni-halle.de oder online über das Anmeldeformular unter https://leucorea.de/veranstaltungen/tagung-siegfried-lenz-neue-perspektiven-auf-sein-werk/ erbeten. Am Veranstaltungsort steht eine begrenzte Anzahl von buchbaren Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.


