Sonntag, 10.05.2026

Wittenberg (md/wg). Jedes Jahr am zweiten Maiwochenende rufen der NABU und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) zur bundesweit größten Vogel-Zählaktion auf. Vom 8. bis 10. Mai 2026 findet die 22. Stunde der Gartenvögel statt. Ob auf der Parkbank, im Garten oder am Balkonfenster: Jede Teilnahme an dieser Mitmachaktion leistet einen wertvollen Beitrag für den Natur- und Umweltschutz. Es sind keine besonderen Vorkenntnisse nötig – nur Freude und Interesse an der Vogelwelt. Der Meldeschluss ist am 18. Mai 2026. Unter den Teilnehmern verlost der NABU außerdem attraktive Preise wie Vogeltränken, Nistkästen und 100-Euro-Gutscheine für den NABU-Shop.

Mit der Stunde der Gartenvögel und der Schwesteraktion Stunde der Wintervögel will der NABU herausfinden, welche Vogelarten in Städten und Dörfern am häufigsten vorkommen. Aus den Ergebnissen leiten die Experten Trends zur Entwicklung der verschiedenen Populationen ab. So wurden Waldvögel wie Buntspecht, Eichelhäher und Ringeltaube häufiger, Grünfink, Amsel und Hausrotschwanz jedoch immer seltener gesichtet. Damit scheinen typische Waldvögel die Siedlungsräume zu erobern, weil sie offenbar in Gärten und Parks gute Bedingungen vorfinden. Insektenfressende und gebäudebrütende Arten gehen dagegen zurück. Gründe dafür dürften laut NABU das Insektensterben und fehlende Nistmöglichkeiten sein.

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Finken im Fokus

Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Jahr den Finken. „Uns wurden in den vergangenen Monaten regional wiederholt tote Buchfinken, Gimpel und Stieglitze gemeldet“, sagt Nabu-Vogelschutzexperte Martin Rümmler. Da die Tiere meist an Futterstellen gefunden wurden, befürchten die Forscher, dass sich Trichomonaden ausbreiten. Diese Parasiten können besonders für Finken tödlich sein, weshalb die Experten nun genau beobachten wollen, ob die Bestände in den Siedlungen und Gärten zurückgehen.

Um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern, betont die Forschungsgruppe, sei Sauberkeit am Futterhaus oberstes Gebot. Am besten sei es, Futtersäulen zu nutzen, weil die Vögel dort nicht durchs Futter laufen und es verschmutzen können. Aber ohnehin empfehlen die Experten, das Füttern nun bis zum nächsten Winter einzustellen, da die Tiere in der Natur derzeit ausreichend Nahrung finden. Wer den Vögeln trotzdem langfristig helfen möchte, sollte seinen Garten naturnah mit Wildobsthecken, heimischen Stauden und einer Wildblumenwiese gestalten.

Eine Stunde lang nach Vögeln Ausschau halten

Mitmachen ist einfach: Eine Stunde lang im Garten, vom Balkon aus oder im Park nach Vögeln Ausschau halten, die Beobachtungen notieren und anschließend dem NABU melden. Wichtig: Von jeder Vogelart nur die höchste Anzahl notieren, die während dieser Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Beispiel: Fliegt etwa in einer Stunde fünfmal ein Spatz ins Blickfeld, zählt dies nur als ein Vogel. Lassen sich fünf Spatzen zugleich sehen, wird eine Fünf eingetragen. Lassen sich danach acht Spatzen auf einmal nieder, wird diese Anzahl notiert. Wer Unterstützung bei der Artenbestimmung benötigt, kann die kostenfreie NABU-App „Vogelwelt“ herunterladen. Die Ergebnisse der Beobachtungen können per online-Formular an den NABU gemeldet werden.

Im vergangenen Jahr hatten sich deutschlandweit mehr als 57.000 Menschen an der Aktion beteiligt. Insgesamt wurden weniger Vögel gesichtet als in früheren Jahren. Vor allem in Norddeutschland wurden deutlich weniger Amseln gezählt – vermutlich waren viele Tiere an dem tropischen Usutu-Virus verendet. Auf Platz eins mit den meisten Sichtungen lag, wie schon sehr häufig in den vergangenen Jahren, der Haussperling. Motiv: LBV

Von Redaktion

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