Fr.. Juni 12th, 2026

Dessau (md/wg). Konzerte von Jazz über Klassik bis Techno: Das diesjährige Open Air-Programm überzeugt durch seine große Vielfalt und künstlerische Qualität. Auf der Bühne am Mausoleum im Tierpark Dessau als außergewöhnlichen Aufführungsort warten ab Freitag, dem 12. Juni, bis zum 28. Juni neun Konzerte auf das Publikum.

Den Anfang machen am 12. Juni, 20 Uhr, die „Ströme des Lebens. Ein Fluss an Melodien aus Oper, Operette und Musical“. Die Anhaltische Philharmonie begibt sich unter der Leitung von KM Wolfgang Kluge und in Begleitung von Gesangssolisten auf eine musikalische Reise über wichtige Gewässer der Menschheit: Von den Quellen der menschlichen Kultur an Euphrat und Tigris, entlang der Gestade von Rhein und Donau ostwärts an Wolga und Yangtse und nach Süden an die Ufer von Nil und Amazonas, bis die Reise mit dem „Old Man River“, dem Mississippi, wieder im Atlantik mündet. Es moderiert Generalintendant Johannes Weigand. Weitere Termine: 14. und 20. Juni, jeweils um 20 Uhr.

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Am 13. Juni jazzt, swingt und plaudert sich Pe Werner um 20 Uhr durch ein abendfüllendes Konzert unter freiem Himmel. Bekannt wurde sie mit ihrem „Kribbeln im Bauch“, in Dessau performt sie nun ihr mit dem German Jazz Award ausgezeichnetes Konzeptalbum „Im Mondrausch“. Begleitet wird sie von ihrem Jazz-Trio, angeführt von Frank Chastenier, der 25 Jahre lang die WDR-Bigband beflügelte.

Die Sinfoniekonzerte am Mausoleum warten stets mit ungewöhnlichen solistischen Beiträgen auf. Diesmal wird die deutsche Erstaufführung eines Jazz-Viola-Konzerts zu erleben sein, komponiert hat es Ralf Schrabbe. Der Professor für Arrangement/Tonsatz an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig ist sowohl im Jazz als auch in der europäischen Musiktradition verwurzelt. Reiseeindrücke haben Felix Mendelssohn Bartholdy zu einigen seiner besten Kompositionen inspiriert. Der Bildungsreise des 20-Jährigen im Sommer 1829 durch England und Schottland verdanken sich gleich zwei Meisterwerke: die „Hebriden-Ouvertüre“ und die „Schottische Sinfonie“. Die kongeniale Ballettmusik zur vielleicht berühmtesten Liebesgeschichte aller Zeiten, zu Shakespeares „Romeo und Julia“, stammt von dem Russen Sergej Prokofjew. Noch vor der Uraufführung des Balletts 1938 in Brünn stellte der Komponist zwei Suiten zusammen, die die schönsten Nummern der einfallsreichen Partitur enthalten. Termine: 18. und 19. Juni, jeweils 20 Uhr.

Eine einzigartige Fusion aus elektronischer Musik und Jazz bietet am 21. Juni, 20 Uhr, die 15-köpfige Münchner Techno-Bigband „Jazzrausch“ (siehe Foto) mit ihrem neuen Album „Bangers Only!“ und gibt unter diesem Titel eine klare Fahrtrichtung vor: Tanzbare Rhythmen, pulsierende Bässe und kompakte Tracks. 15 Musiker mit Saxophonen, Trompeten, Posaunen, Tuba, Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboard, Electronics und Gesang werden live ein euphorisch tosender Tornado, aus dem die Virtuosität der einzelnen Mitglieder solistisch hervorsticht. Seit ihrer Gründung vor zehn Jahren vereint die „Jazzrausch-Bigband“ scheinbar Gegensätzliches: Techno, Jazz, Klassik, U und E, Konzerthaus und Club, Jung und Alt. Dafür spannt die Band weite Bögen, arbeitet programmatisch wie ein klassisches Orchester und verarbeitet Themen aus Literatur, Philosophie, Wissenschaft und klassischer Musik.

Zu Ende geht die Open Air Saison am 27. und 28. Juni mit „Goldrausch“, dem Stummfilm-Klassiker von Charlie Chaplin mit Live-Musik. Der große Chaplin (1889–1977) hielt „The Gold Rush“ für seinen besten Film. Am Ende der Dreharbeiten lagen sieben Kilometer Filmmaterial vor, das Chaplin – Autor (ohne Drehbuch!), Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller in einer Person – dann selbst sichtete und zusammen schnitt. Am 26. Juni 1925 war die erfolgreiche Uraufführung. 1942 hat Chaplin seinen Film für eine Wiederveröffentlichung nachträglich mit Dialogen und einer selbst komponierten Musik versehen. Obwohl er niemals eine fundierte Instrumental- oder kompositionstheoretische Ausbildung erhalten hatte, gelang ihm hierbei Erstaunliches: Seine Musik illustriert nicht nur die äußeren Begebenheiten der jeweiligen Szenen, sondern sie charakterisiert auch das Innenleben der Figuren. Darüber hinaus finden sich zahlreiche Zitate, die von Rimski-Korsakow über Tschaikowski bis hin zu populären Liedern reichen. Foto: ©Sebastian Reiter

Von Redaktion

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