Dessau (md/wg). Am 1. Februar um 18 Uhr und am 14. Februar um 20 Uhr gewährt das Schauspiel „Furor“ von Lutz Hübner und Sarah Nemitz im Alten Theater/Foyer zum letzten Mal einen packenden Einblick in die Begegnung von politischer Elite und Menschen in prekären Lebenslagen.
Im Wahlkampf läuft dem Ministerialdirigenten und OB-Kandidaten Heiko Braubach der unter Drogeneinfluss stehende achtzehnjährige Enno Siebold vor das Auto. Sein Leben lang wird dieser wohl im Rollstuhl sitzen müssen. Zweieinhalb Wochen nach dem Unfall besucht Braubach Ennos Mutter Nele Siebold, um sein Mitgefühl auszudrücken und der Altenpflegerin seine Hilfe anzubieten.
Doch Neles Neffe Jerome, der als Paketbote für ein Sub-Unternehmen arbeitet, wittert alles andere als lautere Absichten hinter dem Angebot des Politikers und vermutet stattdessen politisches Kalkül. In der Konfrontation mit Braubach lässt Jerome seiner Wut und seinem Frust über die Politik und das System freien Lauf. Politiker trifft auf Wutbürger – ein Duell, das in „Furor“ keinen Sieger hervorbringt.
„Furor vor knapp sieben Jahren uraufgeführt, geht an die Nieren. Varia Sjöström, erstmals Gast am Anhaltischen Theater, macht in der zu großen gelben Sportjacke die Nele Siebold zu einer bedauernswerten, vom Schicksal gebeutelten Frau. In ihrer Zerbrechlichkeit würde sie trotz allen Haderns – seit dem Unfall ist einige Zeit ins Land gegangen – die Vorschläge des Politikers gern annehmen. Doch wie ernst meint es Heiko Braubach? Im schicken blauen Anzug und den hippen weißen Tretern lässt Stephan Korves in seinem Spiel den Spalt zu Zweifeln offen. Ein paar Mal heischt er mit seinen vollmundigen Worten nicht nur bei der verzweifelten Mutter, sondern auch beim Publikum um Zustimmung“, schrieb die Zerbster Volksstimme. Foto: ©Claudia Heysel

