Wittenberg (md/wg). Zum erstem Mal geht das Hans Otto Theater Potsdam mit einer Preview des Theaterstücks „Im Spiegelsaal“ aus seinem Theater und kommt dafür in das Stadtwohnzimmer, Markt 3, nach Lutherstadt Wittenberg. Das beim Publikum beliebte Stück wird in der kommenden Spielzeit wieder auf dem Spielplan stehen. Mit den beiden Künstlerinnen Jana Findeklee und Joki Tewes wird am 26. August um 19 Uhr eine Reihe eröffnet, die für das Stadtwohnzimmer ein Auftakt für weitere Theaterkooperationen werden kann.
In diesem Gespräch geben die beiden Theatermacherinnen, die nicht nur das Kostüm- und Bühnenbild schufen, sondern erstmals auch die Regie übernahmen, Einblicke in ihre Arbeitsweise und Suche nach einem sinnlichen und innovativen Bildtheater. Die imposanten Kostüme, von denen zwei Modelle im Original gezeigt werden, sind auch für Fotojournalisten interessant. Einen Einblick – oder besser gesagt – Ausblick erhält der Besucher durch interessante Videoclips und natürlich durch das Gespräch mit dem Künstlerinnen-Duo Tewes-Findeklee. Die beiden Künstlerinnen prägen als Bildnerinnen mit ästhetisch eigenwilligen Arbeiten seit Jahren preisgekrönte Inszenierungen.
In der Graphic Novel „Im Spiegelsaal“ nimmt Liv Strömquist das Publikum mit auf eine ebenso kluge wie satirische Reise durch die Geschichte der Schönheitsideale. Ausgehend von der allgegenwärtigen „Besessenheit mit dem Aussehen“ zeigt Strömquist, wie wir durch Selbstoptimierung und Vergleichen in der digitalen Öffentlichkeit ein tyrannisches Bild kreieren. Ein Bild von uns, das wir selbst erschaffen haben – und das uns zugleich beherrscht. Der Körper erscheint als Projekt ohne Ende, angetrieben von Likes, Klicks und fremder Anerkennung.
Die expressiven Kostüm- und Bühnenbilder des Duos Tewes-Findeklee sind auf vielen deutschsprachigen Bühnen zu sehen. Im Januar 2026 feierte ihre erste Regiearbeit mit „Im Spiegelsaal“ am Hans Otto Theater Premiere. Jana Findeklee und Joki Tewes arbeiten seit 20 Jahren als egalitäres Team zusammen, was sie nun auch in der Regiearbeit weiterführen. Zwischen Kaiserin Elisabeth von Österreich, Marilyn Monroe und den Ikonen der Social-Media-Gegenwart untersuchen sie, wie Macht, Kapital, Gender und digitale Bilder unsere Wahrnehmung von Schönheit formen. Foto: Thomas M. Jauk

