Gräfenhainichen (md/wg). Unter dem Motto „Sing! Paul Gerhardt“ wird am Sonntag, dem 20. September, in Gräfenhainichen ein großes Fest anlässlich des 350. Todestages des bekanntes Liederdichters gefeiert. Der Tag auf dem Ferropolis-Gelände beginnt mit Chorkonzerten (10 Uhr) sowie einem Gottesdienst mit Landesbischof Friedrich Kramer. Bis zum Nachmittag erwartet die Gäste ein facettenreiches Programm zum Zuhören und Mitmachen. So gibt es beispielsweise ein Kindersingen mit Landeskantorin Christine Cremer sowie ein offenes Paul-Gerhardt-Liedersingen. Den Abschluss bildet um 16 Uhr ein Konzert mit der bekannten Jazzsängerin Sarah Kaiser & Band.
Veranstalter des Festes sind die Stadt Gräfenhainichen zusammen mit dem Evangelischen Kirchenkreis Wittenberg. Mehr Infos zum ausführlichen Programm unter: www.kirchenkreis-wittenberg.de. „Das Fest in Gräfenhainichen soll dazu einladen, Paul Gerhardts Texte zu entdecken und sie als Fundgrube für das eigene Leben, als Proviant für gute und schwere Zeiten zu verwahren und zu gebrauchen. Singen schafft Gemeinschaft, öffnet Herz und Mund auch denen, die darin eher ungeübt sind oder sich unbegabt fühlen. Beim Singen wachsen Zuversicht und Hoffnung und die Freude am Miteinander“, erklärt Dr. Gabriele Metzner, Superintendentin des Kirchenkreises Wittenberg.
Paul Gerhardt (1607–1676) zählt zu den bekanntesten Liederdichtern des Protestantismus. Geboren in Gräfenhainichen, prägte er mit seinen rund 140 geistlichen Liedern die Kirchenmusik und Sprache über Generationen hinweg. Seine Texte verbinden Glauben mit Lebensfreude, Leid mit Hoffnung – zeitlos und berührend. Sie wurden unzählige Male vertont und gehören zum Repertoire vieler Kirchen und Chöre.
Gräfenhainichen ehrte Paul Gerhardt mit der klassizistischen Paul-Gerhardt-Kapelle, die in den Jahren 1830-1844 mit Spenden aus der Bevölkerung gebaut wurde. König Friedrich Wilhelm IV. stiftete zur Ausstattung der Kapelle ein lebensgroßes Bild Paul Gerhardts, einen Teppich, eine Altardecke und Altarleuchter. Die Leuchter und Altardecke können in der Dauerausstellung bewundert werden. Das Bild befindet sich heute im Paul-Gerhardt-Gemeindehaus. Eine Besonderheit der Kapelle sind die auf allen vier Seiten hochgezogenen Sprossenfenster. Die Gedächtnisstätte beherbergt heute neben einer umfangreichen Dauerausstellung eine Paul-Gerhardt-Bibliothek.


