Di.. Sep. 29th, 2026

Wittenberg (aw). Zwei neue Sirenen sind im September in Wittenberg in Betrieb genommen worden. Bei einem Pressegespräch in der Fritz-Heckert-Straße wurde die neue Anlage jetzt vorgestellt und vorgeführt. Sie soll im Großschadens- oder Katastrophenfall die Bevölkerung in Piesteritz und Kleinwittenberg warnen.

Fotos: Antje Weiß

„Die Warnung der Bevölkerung ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Zivil- und Katastrophenschutzes“, sagte Bürgermeister André Seidig. „Viele Jahre nach der Wende wurden die Sirenen in der Kernstadt zurückgebaut. Die Alarmierung erfolgte stattdessen unter anderem über Lautsprecherfahrzeuge der Feuerwehr. Aus heutiger Sicht reicht das nicht mehr aus. Deshalb bauen wir unser Sirenennetz wieder auf.“

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In diesem Jahr sind zwei neue elektronische Sirenen vom Typ ECN 1800-DT der Firma HÖRMANN Warnsysteme GmbH hinzugekommen. Die Anlage in der Fritz-Heckert-Straße 2 deckt Teile von Piesteritz und Kleinwittenberg ab. Eine zweite Sirene wurde an der Grundschule „Käthe Kollwitz“ in der Johann-Strauß-Straße 10 installiert. Sie erreicht die Lerchenbergsiedlung sowie Teile der Stadtrandsiedlung und Friedrichstadt.

„Mit einer Sirene erreichen wir die Menschen unmittelbar und machen sie darauf aufmerksam, dass sie sich informieren sollen – zum Beispiel über Radio oder Fernsehen“, erklärte Seidig. „Gerade bei einer größeren Schadenslage hat die Feuerwehr andere Aufgaben, als durch die Straßen zu fahren und die Bevölkerung mit Lautsprecherdurchsagen zu warnen.“

Die neuen Anlagen sind mit zwölf Hörnern beziehungsweise Treibern ausgestattet und erreichen in 30 Metern Entfernung einen Schalldruckpegel von rund 118 Dezibel. Der Sirenenkopf wiegt etwa 89 Kilogramm. Die Schallausbreitung erfolgt rundum. Neben verschiedenen Alarmtönen können auch vorgefertigte Sprachmitteilungen abgespielt werden. Über ein Mikrofon sind zudem individuelle Durchsagen möglich.

Fachbereichsleiter Christoph Kummer erläuterte bei der Vorführung die unterschiedlichen Signale. „Das Signal, das wir heute hören, ist lediglich der Probealarm. Ein echtes Warnsignal erkennt man an dem wiederkehrenden auf- und absteigenden Ton. Damit soll die Bevölkerung sensibilisiert werden und wissen: Jetzt muss ich mich informieren, was passiert ist.“

Der Probealarm erfolgt jeden Mittwoch um 15 Uhr. Die Sirenen dienen dagegen nicht der täglichen Alarmierung der Feuerwehr. „Wir wollen auch wieder stärker vermitteln, was die unterschiedlichen Signale bedeuten“, sagte Kummer. „Viele Menschen kennen die Bedeutung heute nicht mehr. Das gehört deshalb künftig ebenfalls zu unserer Aufgabe.“

Die Sirenen können auch bei modernen Gefahrenlagen eingesetzt werden, etwa bei größeren Infrastruktur- oder Versorgungsausfällen. Neben der Warnung kommt dabei auch dem Selbstschutz der Bevölkerung eine wichtige Rolle zu.

Die beiden Anlagen kosteten insgesamt rund 39.680 Euro. Für die Sirene in der Fritz-Heckert-Straße wurden 19.297,64 Euro, für die Anlage in der Johann-Strauß-Straße 20.382,28 Euro investiert. Das Projekt wurde mit insgesamt 21.700 Euro aus einer Bund-Länder-Vereinbarung gefördert.

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