Wittenberg (aw/md). Die LutherMuseen öffnen am UNESCO-Welterbetag am 7. Juni ihre Türen für ein abwechslungsreiches Programm rund um Geschichte, Reformation und Familienerlebnisse. Im Mittelpunkt stehen dabei der 500. Geburtstag von Johannes Luther, dem ältesten Sohn Martin Luthers, sowie das Jubiläum „30 Jahre UNESCO-Welterbe Luthergedenkstätten“.
In Wittenberg erwartet Besucher am Abend eine besondere Sonderführung mit szenischen Lesungen auf den Spuren von Johannes Luther. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr an der Stadtkirche St. Marien, der Taufkirche des Reformatorssohnes und zugleich Predigtstätte Martin Luthers. Im Mittelpunkt steht zunächst die Bedeutung der Taufe im Leben der Reformatorenfamilie. Anschließend führt der Rundgang in den Garten des Melanchthonhauses, wo an die Schulzeit des Jubilars erinnert wird. Dort wird auch an die engen Verbindungen der Reformatorenfamilien erinnert, denn Johannes Luther lernte gemeinsam mit den Söhnen von Philipp Melanchthon und Justus Jonas.
Den Abschluss bildet eine Station im Lutherhof, wo aus der Perspektive von Katharina von Bora vom weiteren Lebensweg ihres Sohnes erzählt wird. Die szenischen Texte stammen vom Dessauer Autor Andreas Hillger. Gelesen und gespielt werden sie von Wittenberger Stadtführern sowie Kindern der Evangelischen Gesamtschule Wittenberg. Unterstützt wird das Projekt außerdem von der Stadtkirchengemeinde und der Wittenberger Stadtwache.
Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos. Zugleich bitten die Veranstalter um Spenden zugunsten des Katharina-von-Bora-Hospizes im Paul-Gerhardt-Stift. Zum Ausklang ist ein kleiner Geburtstagsumtrunk im Restaurant „von Bora“ geplant.
Johannes Luther wurde am 7. Juni 1526 geboren. Anders als sein Vater vorgesehen hatte, entschied er sich für ein Jurastudium in Wittenberg und später in Königsberg. Nach Zeiten am herzoglich-sächsischen Hof in Weimar und Gotha verliert sich seine Spur weitgehend in den historischen Quellen. 1575 starb Johannes Luther in Königsberg. Besonders eng blieb zeitlebens die Beziehung zu seiner Mutter Katharina von Bora.
Auch in Eisleben steht der UNESCO-Welterbetag ganz im Zeichen der Familie. Im Museum Luthers Geburtshaus beginnt um 14 Uhr eine Fotosafari für Kinder und Erwachsene. Nach einer kindgerechten Führung durch die Ausstellung „Von daher bin ich – Martin Luther und Eisleben“ gehen die Teilnehmer mit bereitgestellten Kameras auf Motivsuche im Museum. Gesucht werden die schönsten Eindrücke und persönlichen Lieblingsstücke der Ausstellung. Die entstandenen Fotos sollen anschließend gesichtet und prämiert werden.
Die Teilnahme an der Fotosafari ist kostenlos, lediglich der Museumseintritt wird ermäßigt erhoben. Für beide Veranstaltungen bitten die LutherMuseen um vorherige Anmeldung.
Die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg gehören seit Dezember 1996 zum UNESCO-Welterbe. Die UNESCO würdigte die historischen Orte als authentische Schauplätze der Reformation und als Stätten von außergewöhnlicher universeller Bedeutung für die Menschheitsgeschichte. Das offizielle Jubiläumsprogramm zum 30-jährigen Welterbe-Bestehen startet am 20. Juni mit einem großen Familienfest rund um Luthers Sterbehaus in Eisleben.

