Wittenberg (md/wg). Die Lutherstadt Wittenberg erhält im Rahmen des Landesprogramms „Klima III“ Fördermittel in Höhe von 2,84 Millionen Euro für zwei zentrale Projekte des Hochwasser- und Starkregenschutzes. Die zwei Förderbescheide überreichte Sachsen-Anhalts Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, Prof. Dr. Armin Willingmann, am Donnerstag, dem 28. Mai 2026, im Rahmen eines Vor-Ort-Termins an Bürgermeister André Seidig sowie Michael Steinland, Geschäftsführer der Landesgartenschau Lutherstadt Wittenberg gGmbH. Die Übergabe fand symbolisch direkt an der Elbe, unweit des künftigen Uferparks, statt.
Gefördert werden der Bau einer neuen Hochwasserschutzanlage sowie die Errichtung eines Pumpwerks zum Schutz vor Rückstau und Überflutungen im Bereich der ehemaligen Kuhlache. Die Gesamtkosten für beide Maßnahmen belaufen sich auf rund 3,45 Millionen Euro. „Wir verschließen nicht die Augen vor dem fortschreitenden Klimawandel, sondern wappnen uns vor den Folgen“, betonte Prof. Dr. Willingmann. „Dazu gehört bestmöglicher Hochwasserschutz. Die Lutherstadt Wittenberg hat bereits zwei Jahrhunderthochwasser 2002 und 2013 erlebt. Deshalb ist es wichtig, dass Land und Kommunen hier gemeinsam Vorsorge treffen und den Hochwasserschutz weiter konsequent stärken.“
Mit der neuen Dammanlage sollen künftig rund 80.000 Quadratmeter Fläche vor Hochwasser geschützt werden. Dazu zählen ehemalige Industrie- und Gewerbeflächen sowie Wohnbereiche. Das neue Pumpwerk soll zusätzlich verhindern, dass es bei Extremwetterlagen zu Rückstau und Überschwemmungen durch den Trajuhnschen Bach und Elbewasser kommt. Bürgermeister André Seidig sieht in den Bauten einen bedeutsamen Meilenstein für die Entwicklung der Stadt: „Die beiden Projekte sind ein wichtiger Schritt, um Wittenberg besser auf die Folgen von Starkregen und Hochwasser vorzubereiten. Gleichzeitig nutzen wir die Chance, den Bereich an der Elbe weiter aufzuwerten und für Bürgerinnen und Bürger noch attraktiver zu gestalten.“
Die Maßnahmen stehen in engem Zusammenhang mit der Entwicklung des neuen Uferparks, der im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) 2030 entsteht. Die Landesgartenschau 2028 wirkt dabei als wichtiger Impulsgeber und Beschleuniger für die Umsetzung der städtebaulichen Vorhaben. Der Park wird während der Landesgartenschau als Hauptausstellungsgelände dienen und soll auch langfristig ein attraktiver Aufenthaltsort an der Elbe bleiben. „Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen kommt die Lutherstadt Wittenberg ihren ehrgeizigen Zielen der Stadtentwicklung erheblich näher“, erklärte Seidig weiter. „Das Leitbild ‚Stadt an der Elbe‘ ist seit 2019 im ISEK verankert und wird seither konsequent umgesetzt.“
Landesgartenschau als Impulsgeber
Auch Michael Steinland, Geschäftsführer der Landesgartenschau Lutherstadt Wittenberg gGmbH, betonte die Bedeutung der Projekte für die Entstehung des künftigen Uferparks und die Landesgartenschau 2028. Die Verbindung von Hochwasserschutz, Aufenthaltsqualität und nachhaltiger Stadtentwicklung schaffe eine wichtige Grundlage für die langfristige Nutzung des Areals weit über die Landesgartenschau hinaus. Die Stadt verfolgt dabei das Ziel, die Verbindung zwischen Stadt und Fluss nachhaltig zu stärken und bislang ungenutzte Flächen neu zu beleben.
Wo heute noch versiegelte Bereiche das Stadtbild prägen, soll künftig ein grüner Freiraum mit hoher Nutzungsqualität entstehen. Geplant sind neue Bereiche für Erholung und Freizeit sowie eine neue Parkpromenade mit Anschluss an den Elberadweg. Minister Willingmann würdigte insbesondere die Verbindung aus technischer Infrastruktur und städtebaulicher Entwicklung: „Ebenso wichtig wie die Maßnahmen des Landes ist es, dass Städte und Gemeinden selbst Verantwortung übernehmen und Vorsorge betreiben. Die beiden Projekte in Wittenberg zeigen beispielhaft, wie technischer Hochwasserschutz, Stadtentwicklung und Aufenthaltsqualität sinnvoll miteinander verbunden werden können.“ Foto: Stadtverwaltung Wittenberg

