Dessau/Wittenberg (md/wg). „Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer in Sachsen-Anhalt Ost stieg im Jahresdurchschnitt 2025 leicht an, dieser Anstieg spiegelt sich auch in den einzelnen Landkreisen und Städten der Region wider“, erklärt Olaf Ruch (siehe Foto), Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt Ost. Besonders betroffen waren bestimmte Gruppen wie junge Menschen unter 25 Jahren oder ältere Menschen über 55 Jahren, deren Arbeitslosenzahlen überproportional zunahmen. „Des Weiteren ist festzustellen, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung und nicht in der Grundsicherung zu verzeichnen ist“, so Ruch.
Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen sank um 0,1 Prozent, der Prozentsatz verharrt weiterhin auf einem hohen Niveau, dies unterstreicht die andauernde Herausforderung, Langzeitarbeitslosigkeit effektiv zu bekämpfen. Im Bereich der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zeigte sich ein leichter Rückgang, der jedoch regional unterschiedlich ausfiel. Die Arbeitslosigkeit unter Ausländern hat sich im Jahresdurchschnitt 2025 verringert, die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund nimmt Fahrt auf.
Insgesamt spiegeln die regionalen Daten der Agentur für Arbeit für Sachsen-Anhalt Ost die allgemeinen Herausforderungen wider, vor denen der Arbeitsmarkt in Deutschland 2025 stand. Dazu gehörten die Auswirkungen der schwachen Konjunktur, die Bedeutung der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und die anhaltende Herausforderung der Langzeitarbeitslosigkeit. Im Jahr 2025 wurden 6.418 neue Stellen der Arbeitsagentur gemeldet, das waren knapp 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag 2025 bei 7,7 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte unter dem Niveau des Landes Sachsen-Anhalt (8,0 Prozent).
Weniger sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und Betriebe
Im Juni 2025 waren 129.189 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zu Juni 2025 sank die Anzahl um 1.742 Männer und Frauen (minus 1,3 Prozent). 71 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gehen in Vollzeit arbeiten und 29 Prozent sind teilzeitbeschäftigt. Die Anzahl der Betriebe mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist auch rückläufig. Während es im Agenturbezirk im Juni 2024 noch 8.791 Betriebe gab, waren es im Juni 2025 8.577, ein Minus von 2,4 Prozent.
Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 13.898 Frauen und Männer im Agenturbezirk von Arbeitslosigkeit betroffen, das waren 322 Personen mehr als im Jahresdurchschnitt 2024. 35,1 Prozent der Arbeitslosen sind der Arbeitslosenversicherung (SGB III) zuzuordnen und 64,9 Prozent dem Bereich der Grundsicherung (SGB II). Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist in der Arbeitslosenversicherung festzustellen: Im Jahresdurchschnitt 2025 waren es 656 oder 15,5 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr, während in der Grundsicherung ein Rückgang der arbeitslosen Männer und Frauen festzustellen ist. Da waren es 334 oder 3,6 Prozent weniger im Jahresvergleich.
Anteil der Arbeitslosen auf Helferniveau sinkt
Im Jahresdurchschnitt 2025 suchten von allen arbeitslosen Männern und Frau 53,3 Prozent eine neue Beschäftigung auf Helferniveau. Das waren 398 Menschen oder 5,1 Prozent weniger als im Jahresdurchschnitt 2024. Mit Blick auf die Verteilung waren es 60,0 Prozent aller arbeitslosen Frauen, die eine neue Beschäftigung auf Helferniveau suchten und 48,2 Prozent aller Männer. Für die regionale Fach- und Arbeitskräftesicherung ist es von hoher Bedeutung, ungelernte Menschen an Berufsabschlüsse heranzuführen und sie zu qualifizieren.
Ausblick auf die Herausforderungen
„Neben der angespannten konjunkturellen Phase am Arbeitsmarkt bereitet mir die immer schwieriger werdende Suche nach Fachkräften, die die Wirtschaft bereits jetzt vor ernste Herausforderungen stellt und die demografische Situation in unserer Region große Sorgen“, erklärt Ruch. Um den Bedarf an Fach- und Arbeitskräften zu decken, sei es eine gemeinsame Herausforderung, möglichst allen arbeitsuchenden Menschen Perspektiven zu geben, egal ob langzeitarbeitslos, schwerbehindert, älter oder jung mit fehlender Berufserfahrung.
„Im Jahr 2026 werden weiterhin Demografie, Digitalisierung und die Dekarbonisierung eine Hausforderung für unsere Region sein“, sagt Ruch. „In den nächsten 15 Jahren würden über 40 Prozent der Belegschaft in den Ruhestand gehen, deshalb müsse jedem Jugendlichen ein Ausbildungs- oder Studienplatz in seiner Heimat angeboten werden. Mit Aus- und Weiterbildungsstrategien müsse es gelingen, den Prozess der Digitalisierung in den Unternehmen zu begleiten und auch die Auswirkungen der Dekarbonisierung zu minimieren. Foto: Archiv

