Wittenberg (aw). Bei strahlendem Sonnenschein ist am Dienstag der Grundstein für das neue Multifunktionsgebäude im Kleingartenpark „Am Stadtgraben“ gelegt worden. Mit dem feierlichen Akt wurde nach dem ersten Spatenstich im April der nächste Meilenstein auf dem Weg zur Landesgartenschau 2028 erreicht. Vertreter aus Politik, Verwaltung, der Landesgartenschau Wittenberg 2028 gGmbH, des Kleingartenvereins sowie zahlreiche Planer und Baufirmen nahmen an der Zeremonie teil.
So soll das neue Multifunktionsgebäude aussehen: Die Visualisierung wurde als Zeitdokument in der Grundsteinkapsel hinterlegt.

„Ein Grundstein ist immer noch etwas Besonderes“, sagte Oberbürgermeister Torsten Zugehör. Gemeinsam mit Stadtratsvorsitzender Franziska Busse, den Geschäftsführern der Landesgartenschau Michael Steinland und Janine Stiller sowie weiteren Projektbeteiligten versenkte er eine Zeitkapsel in der Bodenplatte. Gefüllt wurde sie unter anderem mit einer aktuellen Tageszeitung, Bauplänen, Fotos des ehemaligen Vereinsheims, einer Chronik des Kleingartenparks und Erinnerungsstücken an die Landesgartenschau.

Während im Hintergrund die Bauarbeiter an der Bodenkonstruktion weiterarbeiteten, erinnerte Zugehör an das Vereinsheim aus dem Jahr 1972. „Viele verbinden mit diesem Haus persönliche Erinnerungen. Auch ich habe hier gefeiert und auf der Kegelbahn schöne Stunden erlebt“, erzählte der Oberbürgermeister. Umso wichtiger sei es, Geschichte und Zukunft miteinander zu verbinden. „Der alte Schriftzug kommt wieder an das Gebäude. Auch einige Lampen aus der Kegelbahn werden erhalten. So bleibt ein Stück Erinnerung sichtbar.“
Der Neubau soll künftig weit mehr sein als ein Vereinsheim. Ein großzügiger, teilbarer Veranstaltungsraum bildet das Herzstück des Gebäudes. Hinzu kommen Vereinsräume, ein Bistro mit Café sowie zwei große Terrassen mit Blick auf den Stadtgrabenteich. Auch ein Spielplatz und öffentliche Toiletten entstehen im Umfeld.
„Uns ist wichtig, dass sich die Anlage öffnet“, betonte Zugehör. „Hier entsteht ein Ort, an dem sich Menschen treffen, gemeinsam feiern oder einfach einkehren können. Wir geben diese Fläche den Wittenbergerinnen und Wittenbergern zurück. Das ist eine große Chance für unsere Stadt.“
Michael Steinland, Geschäftsführer der Landesgartenschau Wittenberg 2028 gGmbH, bezeichnete den Kleingartenpark als einen der wichtigsten Ausstellungsbereiche der Gartenschau. „Die Landesgartenschau dauert zwar 202 Tage, ihre Wirkung soll aber weit darüber hinausreichen“, sagte er. „Hier entsteht ein modellhafter Kleingartenpark, der auch nach 2028 ein Ort der Begegnung bleibt.“
Auch Janine Stiller blickte auf die Entwicklung des Areals. „Schritt für Schritt wächst hier etwas, das einen echten Mehrwert für Wittenberg schafft“, sagte sie. Gleichzeitig werde die Geschichte des Ortes bewahrt. „Die Erinnerungen an das alte Vereinsheim verschwinden nicht – wir nehmen sie mit in die Zukunft.“
Die Architektin des Büros Sauerzapfe stellte den nachhaltigen Neubau vor. Das Gebäude entsteht in Holzständerbauweise mit markantem Sheddach, Gründach, Photovoltaikanlage und Luft-Wasser-Wärmepumpe. Zwei überdachte Terrassen verbinden den Neubau mit dem Park und dem Stadtgrabenteich. „Wir wollten ein Haus schaffen, das funktional, nachhaltig und vor allem ein Ort der Begegnung für alle Generationen ist“, sagte sie.
Nach Angaben des am Bau beteiligten Stadtrates Ronny Zegarek soll die Bodenplatte bereits Ende dieser Woche oder Anfang kommender Woche vollständig betoniert werden. Die Fertigstellung des rund 2,67 Millionen Euro teuren Multifunktionsgebäudes ist für den Sommer 2027 geplant. Finanziert wird das Projekt mit rund 1,78 Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ von Bund und Land.



