Erfurt/Magdeburg (md/wg). Zwei Lieder von Kirchenmusikern der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) haben es in den Stammteil des neuen Evangelischen Gesangbuches geschafft. Das erfuhren die Synodalen zur Frühjahrstagung der Landessynode in Erfurt. Wie die Mitglieder der Gesangbuchkommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus der EKM die Synodalen informierten, liegt die Liederliste vor.
Aus der EKM sind die Lieder „Du suchst mich“ von Andreas Mücksch (Pauluskirche, Halle) und das „Wernigeröder Gloria“ von Olaf Engel (Kreiskantor Kirchenkreis Halberstadt) enthalten. Gerhard Schöne mit „Die güldne Sonne“ und „Jesu, meine Freude“, Manfred Schlenker mit „Komm in unsere stolze Welt“ sowie Klaus-Peter Hertzsch mit „Vertraut den neuen Wegen“ wurden als weitere Autoren aus Mitteldeutschland genannt.
Für den Stammteil des Gesangbuches sind 600 Lieder und 250 Texte vorgesehen, in einer „ausgewogenen Zusammenstellung zwischen Tradition und Innovation“, wie es hieß. Die Auswahl sorgt für Diskussionen, wie sich auch zur Synode zeigte. Als Beispiel für ein polarisierendes Lied nannte Landeskirchenmusikdirektorin (LKMD) Ingrid Kasper (siehe Foto) das Lied „Lobet die Eine“, das auf die Melodie von „Lobe den Herren“ weibliche Gottesbilder besingt.
Mehr als die Hälfte der Lieder stammen von Autoren aus dem 20. und 21. Jahrhundert, in der digitalen Ausgabe fast dreiviertel der Autoren. Die meisten Lieder kommen aus den deutschsprachigen Ländern, 37 Prozent sind aus allen Teilen der Welt und nehmen so die internationale Ökumene in den Blick. Inhaltlich strukturiert ist das Gesangbuch unter dem Thema Zeit – dem Rhythmus von Tag, Kirchen- und Natur-Jahr, im Gottesdienst, Alltag und in der Lebenszeit. Rückmeldungen zum Erprobungsband sind auf der Seite des Zentrums für Kirchenmusik möglich: www.kirchenmusik-ekm.de/aktuelles/neues-gesangbuch.
Bis zum 31. Juli können die Landeskirchen der EKD-Gesangbuchkommission Rückmeldungen geben. Vom 26. bis 28. Oktober tagt dann die Kommission in Erfurt im Augustinerkloster, um die Erprobungsphase auszuwerten. Ingrid Kasper kündigt mehrere öffentliche Veranstaltungen an, unter anderem wird das „Enchiridion“ als einzig erhaltenes Exemplar des ersten in Erfurt edierten Gesangbuches zu bewundern sein. Im März 2027 soll die Liedauswahl endgültig beschlossen werden. Bis dahin läuft unter anderem die Redaktionsarbeit, zum Beispiel zu Text- und Melodiefassungen sowie rechtlichen Fragen.
Mitte des Jahres 2029 soll das Gesangbuch eingeführt werden. Es sind auch Ausgaben im Großdruck, als Schmuckausgabe und mit Akkordsymbolen geplant. Die Erstauflage soll bis zu eine Million betragen. Die digitale Ausgabe enthält unter anderem PC-Software, eine App fürs Smartphone und die Kreativplattform mitsingen.de. Zahlreiche Begleitpublikationen wie Tastenbücher, Chor-, Bläser und Klavierausgaben sind bereits in Arbeit. Auf der Seite des Zentrums für Kirchenmusik der EKM gibt es alle Informationen wie die vorläufige Liederliste: www.kirchenmusik-ekm.de/aktuelles/neues-gesangbuch, www.ekd.de/evangelisches-gesangbuch. Foto: Pressestelle EKM/Kohler

