Gräfenhainichen (md/wg). Das Umweltbundesamt lädt in Kooperation mit Ferropolis und mit Unterstützung der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) am Sonntag, dem 23. August, 14.30 bis 16.30 Uhr, zu einer ganz besonderen Erkundung von Ferropolis ein. Treffpunkt ist am Eingang der Stadt aus Eisen, die Teilnahme ist kostenfrei. Festes Schuhwerk und witterungsbeständige Kleidung werden empfohlen. Da die Anzahl der Teilnehmer begrenzt ist, wird um Anmeldungen unter fotini.mavromati@uba.de, Telefon: 0340/2103-2318 gebeten.
Ferropolis ist auf den ersten Blick eine vom Tagebau geprägte Landschaft – mit sichtbaren Spuren von Technik, Abraum und tiefgreifenden Eingriffen in den Boden. Doch diese Landschaft erzählt mehr als nur ihre bergbauliche Vergangenheit. Hier lässt sich beobachten, wie sich aus Kippenflächen lebendige Böden entwickeln, Pflanzen Fuß fassen und neue Lebensräume entstehen.
Die Teilnehmer erwartet ein spannender geführter Spaziergang mit Jörg Schlenstedt (Fachreferent Rekultivierung bei der LMBV GmbH) über das ehemalige Tagebaugelände, faszinierende Einblicke in die Entstehung und die Eigenschaften von Kippenböden, kurzweilige Informationen über die Prozesse der Rekultivierung und Nachnutzung von Bergbaufolgelandschaften, tolle Aussichtspunkte über die weite Landschaft sowie der Kohlekompass für Kinder: Ein interaktives Angebot, um das ehemalige Tagebaugelände spielerisch zu entdecken.
Die zur Rohstoffgewinnung abgetragenen Bodensubstrate wurden als Abraum in die ausgekohlten Bereiche des Tagebaus verkippt, wobei der ursprünglich gewachsene Boden verloren geht. Die Arbeit mit Großgeräten und das Verkippen führten dabei zu einem unwiederbringlichen Verlust der natürlich entstandenen Bodeneigenschaften. Der „Kippenboden“ (Kipp-Regosol) ist ein vom Menschen geschaffener, junger Boden, der sich innerhalb von Jahrzehnten in Bergbaufolgelandschaften entwickelt hat. Der Kippenboden war Boden des Jahres 2019. Das Umweltbundesamt unterstützt die Aktion „Boden des Jahres“.
Der Tagebau Golpa-Nord in Gräfenhainichen war jahrzehntelang ein Ort entfesselter Industriekräfte, von Arbeitskollektiven und Ingenieurleistungen im Bergbau. Anfang der 1990er Jahre war damit Schluss. Heute ist Ferropolis Industriedenkmal, Stahlskulptur, Veranstaltungsareal und Museum gleichermaßen. Alles beherrschend: fünf Braunkohle-Bagger, die Dinosaurier eines vergangenen Zeitalters. Die Idee zu Ferropolis kam aus dem Bauhaus Dessau, ihre Umsetzung verdankt sich der Begeisterung und Hartnäckigkeit der Menschen.
Hinweis
Für Anreisende mit dem ÖPNV wird ein Shuttlebus organisiert. Hinfahrt ab Dessau Hbf: 13.20 Uhr, Ankunft Ferropolis: 14.10 Uhr; Rückfahrt: 17 Uhr, Ankunft in Dessau Hbf: 17.40 Uhr. Foto: W. Gorsboth

