Mi.. Aug. 5th, 2026

Wittenberg (md/wg). Ein Workshop untersucht am 18. August im Bibliothekszimmer der Stiftung Leucorea die Friedliche Revolution 1989/90 im Kontext des 200. Jahrestages der Französischen Revolution. Beginn ist um 9.30 Uhr, die Teilnahme ist kostenfrei. Interessenten werden um Anmeldung per Mail an becker@leucorea.uni-halle.de (Stichwort: Workshop 18.8.) gebeten.

Die Leucorea Wittenberg untersucht in ihrem Forschungsprojekt „Geschichtszeichen der Freiheit. Das produktive Potenzial revolutionärer Umbrüche“ am Beispiel der Friedlichen Revolution von 1989/90 die Bedeutung von historischer Erinnerung, moralischem Handeln und Zuversicht im demokratischen Prozess. Mit dem angekündigten Workshop wenden sich die Projektleiter Dr. Karl Tetzlaff (siehe Foto), Geschäftsführer der Stiftung Leucorea und Prof. Dr. Constantin Plaul vom Institut für Evangelische Theologie an der Universität Regensburg dem in der Forschung kaum gewürdigten Zusammentreffen des 200. Jahrestages der Französischen Revolution mit dem Freiheitsaufbruch in der DDR und weiteren Ostblockstaaten zu.

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Parallelen zwischen beiden Ereignissen wurden von damaligen Akteuren durchaus gezogen. So erinnerten sich junge Erwachsene an die Montagsdemonstrationen in Leipzig mit den Worten: „Es war eine Stimmung wie bei der Französischen Revolution.“ Was erfahren wir über die Friedliche Revolution und deren erinnerungskulturelle Bedeutung, wenn wir sie im Kontext des Bicentenaire betrachten? Inwieweit beeinflusste das Wissen über die Französische Revolution das Selbstverständnis der Bürgerbewegung in der DDR? War sie Stichwortgeberin, Reflexionsraum oder aber eine historische Last, die eher zur sozialistischen Traditionsbildung gehörte?

Die Leucorea möchte im Rahmen des Workshops diesen Fragen nachgehen und hat dazu Referentinnen und Referenten aus der Theologie, Germanistik, der Geschichts- und Kulturwissenschaft eingeladen. In den Vorträgen rekonstruieren sie den Stand der Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution in der Geschichtswissenschaft sowie in den Künsten im Jahr 1989. Sie wenden sich darüber hinaus den Verfahren historischer Bezugnahmen und theologischer Revolutionsdeutungen zu. Mit den Betrachtungen zum damaligen Revolutionsjubiläum möchten die Veranstalter auch Impulse für die gegenwärtige Erinnerung an die Friedliche Revolution und deren demokratisches Potenzial geben. Foto: W. Gorsboth

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