Wittenberg (md). Am Montag, dem 17. April 2023, wird um 18 Uhr die Ausstellung „Engel bedenken sich. Heidrun Feistner – Skulpturen“ eröffnet. Die erste vom neu gegründeten Forum Schlosskirche organisierte Exposition ist bis zum 16. Juli 2023 an mehreren Standorten im Schlossbereich zu sehen.
Zur Einführung in die Ausstellung spricht Dr. Paul Kaiser, der seit 2017 Direktor des Dresdner Instituts für Kulturstudien ist. Der Kulturwissenschaftler hat zahlreiche Ausstellungen kuratiert, darunter u.a. „Boheme und Diktatur in der DDR. Gruppen, Konflikte, Quartiere 1970-1989“. Er gilt als ausgewiesener Kenner der jüngeren Kunstgeschichte Ostdeutschlands vor und nach der Wende. Der Gitarrist Uwe Kropinski (Berlin), der zu den profiliertesten europäischen Jazz-Instrumentalisten zählt, übernimmt die musikalische Rahmung der Eröffnung. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Besichtigung der Ausstellung und Begegnung mit der Künstlerin Heidrun Feistner.
Zur Ausstellung
Heidrun Feistner lässt ihre Werke hauptsächlich aus Stein entstehen. Von einigen Arbeiten werden auch Abgüsse hergestellt. Den Entstehungsprozess beschreibt sie als eine behutsame Freilegung der in diesem Material verborgenen Formen, ganz ähnlich einer archäologischen Vorgehensweise. Doch geht es um mehr als bloße Entdeckung verborgener Formen. Es geht darüber hinaus darum, die Genese der Form sichtbar zu machen, den Stein zum Erzähler einer Geschichte werden zu lassen.
Die Ausstellung umfasst mehr als 50 Arbeiten und ist die bislang umfangreichste Werkschau der Künstlerin. In den Räumen der Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek wird der größte Teil der Skulpturen gezeigt. Weitere Standorte finden sich im Evangelischen Predigerseminar, in der Stiftung Christliche Kunst, im Besucherzentrum des Schlosses, in der Schlosskirche und in der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt. Dabei entsteht eine Synthese zwischen den Skulpturen und den Räumen – sie scheinen wie geschaffen füreinander.
Heidrun Feistner wurde 1960 in Gera geboren, zu DDR-Zeiten wurde ihr ein Kunststudium verwehrt. Seit 2012 fertigt sie Skulpturen aus zumeist farbigem Speckstein und aus Alabaster, zudem entstanden Bronzen, die nach steinernen Figuren gegossen wurden. Die Künstlerin hat sich in 2021 Werkstatt und Atelier in Wittenberg eingerichtet und ihren Lebensmittelpunkt von Berlin, wo sie seit 1986 gelebt und gearbeitet hat, nach Sachsen-Anhalt verlegt. Ihre Kunstwerke hat sie unter anderem in Berlin, Madrid und Venedig ausgestellt, dito war sie auch auf bedeutenden Kunstmessen wie der Art Innsbruck vertreten.
Forum Schlosskirche
Im Forum Schlosskirche kooperieren Institutionen, die das Areal um den Wittenberger Schlosshof mit Leben füllen. Dem Forum Schlosskirche gehören die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek, das Evangelische Predigerseminar Wittenberg, die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, die Schlosskirche und die Stiftung Christliche Kunst an. Gemeinsam organisieren die kooperierenden Einrichtungen Veranstaltungen, bei denen die jeweiligen Arbeits- und Kompetenzschwerpunkte Bildung und Ausbildung, Forschung und Wissenschaft, Kunst und Kultur sich facettenreich ergänzen. Die Werkschau mit Arbeiten von Heidrun Feistner ist die erste Ausstellung, die das Forum Schlosskirche organisiert hat.
Begleitprogramm
Zur Ausstellung gibt es ein facettenreiches Begleitprogramm, den Auftakt macht am 21. April um 19.30 Uhr in der Aula des Evangelischen Predigerseminars eine Veranstaltung unter dem Motto: „Alles unter der Sonne – Gesungenes und Gesprochenes aus dem Leben“. Zwei Vikarinnen des Predigerseminars gestalten einen Abend mit selbstgeschriebenen Liedern und Texten. Marie-Luise Gürtler liest Poesie, Anne Heisig singt auf Deutsch und Englisch und begleitet sich selbst auf der Gitarre. Ihre Musik ist eine Mischung aus Folk, Reggae und Singer-Songwriter. Gitarrenklänge weben die Beiträge zusammen.
Bild: Heidrund Feistners Kunstwerke sind extrem in der Form reduziert. Foto: Veranstalter

