Bad Schmiedeberg (md/wg). „Lieber leben“ (Frankreich 2016) wird am 27. Februar um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus in der Kurstadt gezeigt, im Anschluss besteht bei einem Getränk und Knabberzeug die Möglichkeit zum Gespräch. Der Eintritt ist frei, eine Spende am Ausgang wird erbeten.
Der ebenso junge wie schlagfertige Sportler Benjamin kommt nach einem schweren Unfall, bei dem er sich einen Halswirbel gebrochen hat, in ein Reha-Zentrum. Benjamin wird für den Rest seines Lebens im Rollstuhl sitzen und ist fortan selbst für die simpelsten Dinge auf die Hilfe von Pflegern wie der ungeschickten Christiane oder dem stets gut gelaunten Jean-Marie angewiesen. Er lernt eine Reihe von anderen Patienten kennen, darunter Farid, der ebenfalls im Rollstuhl sitzt, sowie Toussaint und Steve, die sich wie Benjamin nicht unterkriegen lassen. Eine Gruppe voller Knallköpfe und Kämpfer – versehrte Helden, die gemeinsam die Verzweiflung aus dem Weg räumen und jeden Millimeter Bewegung feiern. Schnell stellen er und seine neuen Freunde fest, dass es gemeinsam viel leichter ist, sich mit seinem Schicksal zu arrangieren. Und dann ist da noch Samia, in die sich Benjamin auf Anhieb verliebt…
Mit „Lieber leben“ verarbeitet der bekannte französische Rapper Grand Corps Malade (der Künstlername heißt übersetzt: „großer kranker Körper“) seine eigene Krankheitsgeschichte nun auch filmisch – und gerade diese persönliche Erfahrung prägt den Film nachhaltig. Vor allem in der unsentimentalen ersten Hälfte bietet das Drama, das der Musiker gemeinsam mit Mehdi Idir auch selbst inszeniert hat, ein beeindruckendes Porträt einer lebensumwälzenden Veränderung. Kein Wunder also, dass der Vorspann des Filmes verkündet, Ähnlichkeiten mit realen Personen seien eben gerade „nicht zufällig“.
„Lieber leben“ ist ein filmischer Glücksfall, dem eine seltene Balance aus Heiterkeit und berechtigter Schwermut gelingt und der in jedem einzelnen Moment die Echtheit einer wahren Geschichte atmet. Ohne jede Spur von Sentimentalismus, aber dafür mit einer perfekten Dosis Galgenhumor nimmt der Film die Zuschauer mit in das Universum der kleinen Bewegungen und des großen Glücks. Dabei öffnet die stimmige Mischung aus Reflexion, Unterhaltung und Gesellschaftskritik den Blick auf die Menschen hinter der Behinderung. Foto: Veranstalter

