Zschornewitz (aw). Mit knapp 10.000 Besuchen an drei Festivalwochenenden ist die diesjährige Ausgabe des Festivals OSTEN zu Ende gegangen. Nach sechs Jahren soll das Festival in seiner bisherigen Form nicht fortgeführt werden. Die Arbeit des Kulturpark e.V. geht jedoch weiter: In Bitterfeld-Wolfen soll rund um das leerstehende Kino Wolfen ein ganzjähriges Kulturangebot entstehen. Auch am Kraftwerk Zschornewitz sollen die während des Festivals entstandenen Ideen weiterentwickelt werden.
Zum Abschluss kamen am Sonntag im Jugendclub 84 in Wolfen-Nord Künstler, Unterstützer und Beteiligte aus sechs Jahren Festival OSTEN zu einer gemeinsamen Vollversammlung zusammen. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie die aufgebauten Netzwerke und Erfahrungen künftig genutzt werden können. „Wir gehen mit unglaublich viel positiver Energie und viel Rückenwind hier heraus und wollen etwas Neues starten“, sagte Christine Leyerle aus dem Vorstand des Kulturpark e.V. Das Festivalformat sei aus Sicht des Vereins nicht das, was vor Ort künftig am dringendsten gebraucht werde.
Stattdessen möchte der Kulturpark e.V. stärker dauerhaft in Bitterfeld-Wolfen arbeiten. Geplant ist eine kleine, eigenständige Struktur, die vom Kino Wolfen aus ganzjährig Veranstaltungen anbieten soll. Vorgesehen sind unter anderem Workshops, Bildungsangebote für Schüler, Filme, Musik und Angebote für verschiedene Generationen.
Auch in Zschornewitz sollen die Impulse des Festivals genutzt werden. Gemeinsam mit dem Forum Rathenau e.V. und Ferropolis wurde das Kraftwerk Zschornewitz als Ort für Veranstaltungen und den Austausch über die Zukunft der Energie- und Industriegesellschaft genutzt. Das Forum Rathenau möchte das Industriedenkmal langfristig als Ort für Wissenschaftskommunikation und interdisziplinären Austausch zur Kohlenstoffkreislaufwirtschaft entwickeln. Eine Idee ist die Ansiedlung eines sogenannten Venture Building Hub. Dabei sollen neue Unternehmen und Projekte rund um Zukunftstechnologien entstehen und begleitet werden.
„Wir möchten, dass der Standort früher wie heute für eine fortschrittliche Energieerzeugung steht und große Visionen in diesem Bereich hier umgesetzt werden“, sagte Martina Schön, Vorstandsmitglied des Forum Rathenau. Das Festival sei ein wichtiger Auftakt gewesen, um das Kraftwerk zu öffnen und neue Ideen für seine Zukunft zu entwickeln.
Foto: Antje Weiß


