Bad Schmiedeberg (md/wg). Am Sonntag, dem 31. Mai, wurde im Anschluss an den Gottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche Bad Schmiedeberg die aktuelle Ausstellung „Werte, Wandel, Rebellion – Die Jugend im Spiegel der Zeit“ eröffnet. Pfarrer i.R. Christoph Krause erläuterte vor Interessierten die Konzeption der neuesten Arbeit des Martin-Luther-King-Zentrums Werdau, das sich zum wiederholten Mal in Bad Schmiedeberg präsentieren kann.
Die Ausstellung zeigt auf 20 Roll-Ups, wie sich die Lebenswelten junger Menschen im Laufe der Jahrzehnte bis heute gewandelt haben. Anhand von Beispielen aus der Bundesrepublik Deutschland und der DDR wird deutlich, wie unterschiedlich Jugendliche lebten, dachten, träumten und protestierten. So wird Jugendgeschichte zugleich zur Gesellschaftsgeschichte, die zeigt, wie sehr Freiheit, Identität und Selbstbestimmung von den jeweiligen politischen und kulturellen Rahmenbedingungen abhängen. Jede Generation sucht ihren eigenen Weg und fordert die Gesellschaft heraus, sich mit neuen Ideen, Wünschen und Lebensentwürfen auseinanderzusetzen.
Eine Generation ist laut dem Soziologen Karl Mannheim eine gesellschaftlich geprägte Altersgruppe, deren Mitglieder durch gemeinsame historische Erfahrungen eine ähnliche Weltsicht und Mentalität teilen. Dabei ist die Jugend eine Schlüsselphase, in der sich Generationen herausbilden, weil junge Menschen besonders stark von zeitgeschichtlichen Erfahrungen geprägt werden und dadurch ein gemeinsames Bewusstsein entwickeln. Die Werte, Einstellungen, Verhaltensweisen und Lebensweisen junger Menschen haben sich im Laufe der Zeit stetig gewandelt.
Jugend ist zeitgebunden und einem permanenten Wandel unterworfen. Die tatsächlichen Freiräume junger Menschen variieren im Laufe der Geschichte stark. Dabei fungieren nicht nur Eltern, Lehrer und Erwachsene insgesamt als normierende Autoritäten, sondern auch der Staat. Zwischen wohlwollend geduldetem Freiheitsstreben und totaler staatlicher Vereinnahmung liegt eine große Bandbreite möglicher Ausgestaltungen dieser Lebensphase. Dies lässt sich am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland und der DDR gut veranschaulichen.
Jugend ist oft eine Zeit des Aufbegehrens gegen Autoritäten und überholte Traditionen. Die Suche nach der eigenen Identität und das Streben nach Unabhängigkeit von Elternhaus und Schule finden Ausdruck in rebellischer Musik, unkonventionellen Moden und alternativen Lebensstilen. Dabei stoßen die unterschiedlichen Vorstellungen von Jung und Alt häufig aufeinander und führen zu politischen Konflikten zwischen den Generationen. Jede Generation zeigt neue Probleme auf und bildet neue Herausforderungen für die Gesellschaft.
Die Ausstellung des Martin-Luther-King-Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage e.V. wurde von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, dem Sächsischen Landtag und dem Landkreis Zwickau gefördert. Geöffnet ist die bis zum 30. Juni zu sehende Exposition zu den Zeiten der „Offenen Kirche“ dienstags von 10 bis 12 Uhr, freitags von 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr sowie – vor allem bei Gruppen – nach Voranmeldung. Für Gruppen (Schulklassen, Gemeindekreise, interessierte Vereine) wird gern auch eine Führung organisiert. Foto: Veranstalter

