Wittenberg (md). Mit dem Online-Programm „Familiencoach Pflege“ möchte die AOK Sachsen-Anhalt psychisch belasteten pflegenden Angehörigen mit einem kostenlosen und anonym nutzbaren Angebot helfen. Ein Fokus liegt dabei auf besonders schwierigen Pflegesituationen in der Betreuung von Menschen mit Demenz oder in der Begleitung von Sterbenden. Zu erreichen ist der Coach unter www.familiencoach-pflege.de.
Mit Hinweisen, Informationen, interaktiven Übungen, mehr als 40 Videos und 14 Audiodateien lernen die Nutzer, wie sie besser mit den seelischen Herausforderungen umgehen können. Zu Beginn bietet der Coach eine kurze Themenabfrage. Pflegende Angehörige, die sich nur für bestimmte Themen interessieren, bekommen dann ihre Auswahl aus den verschiedenen Bereichen zusammengestellt. In interaktiven Übungen erhalten sie ein maßgeschneidertes Feedback, können sich Interviews mit Experten ansehen und Hörübungen zur Entspannung und Achtsamkeit nutzen.
Der „Familiencoach Pflege“ vermittelt unter anderem, wie wichtig es für pflegende Angehörige ist, sich nicht zu isolieren. „Auch in schwierigen Zeiten sollten sie persönliche Kontakte zu Freunden, Bekannten und Nachbarn aufrechterhalten“, sagt Britta Müller, Leiterin der Pflegekasse bei der AOK Sachsen-Anhalt. „Das Programm zeigt den Nutzern Methoden und Wege auf, gut für sich zu sorgen und vor allem Zeit für sich zu finden.“ Auch der Umgang mit schwierigen Gefühlen wie Trauer, Wut, Ekel oder Angst ist ein Thema.
Eine repräsentative Online-Befragung des Forsa-Instituts im Auftrag des Wissenschaftlichen Instituts der AOK unter pflegenden Angehörigen zeigt, dass knapp 26 Prozent der befragten Pflegepersonen hoch belastet sind. Für 43 Prozent wird eine mittlere Belastung festgestellt, nur bei knapp 31 Prozent der Pflegenden ist sie niedrig. Bei Angehörigen, die Menschen mit Demenz versorgen, zeigt sich eine hohe Belastung sogar bei knapp 37 Prozent der Befragten.
„Da die psychischen Belastungen bei der Pflege von Menschen mit Demenz besonders hoch sind, nehmen wir dieses Thema auch besonders in den Blick“, betont Müller. Wie gehe ich damit um, dass mein Angehöriger ständig die gleichen Fragen noch mal stellt? Was tun, wenn er immer häufiger vergisst, wo er seine Sachen abgelegt hat? Wie sollte ich auf Aggressivität, Wahnvorstellungen oder Misstrauen des Erkrankten reagieren? „Die Videos im Familiencoach zeigen den Nutzern anschaulich, wie diese Hinweise in der Praxis umgesetzt werden können“, sagt Müller.
Darüber hinaus unterstützt die AOK Sachsen-Anhalt bei allen Fragen rund um die Pflege. So stehen den Versicherten über 170 speziell qualifizierte AOK-Pflegeberaterinnen und -berater zur Seite. Die Beratung kann telefonisch über die kostenlose Pflege-Hotline 0800 226 5725, vor Ort in einem Kundencenter (nach Terminvereinbarung) oder per E-Mail erfolgen. Die Pflegeberatung ist kostenfrei, auch wenn Angehörige nicht bei der AOK versichert sind.
Darüber hinaus gibt die AOK Sachsen-Anhalt mit dem Pflegepodcast „ausgesprochen menschlich – Pflege“ Tipps und Tricks zum Thema Pflege. Darin geben Experten aus dem Pflegebereich Einblicke in die Pflegeberatung, die Leistungen der Pflegeversicherung und viele weitere Themen. Weitere Informationen zum Podcast und zum Thema Pflege gibt es bei der AOK Sachsen-Anhalt unter www.deine-gesundheitswelt.de/pflege.

