Do.. Okt. 8th, 2026

Bad Schmiedeberg (aw). Der Schwanenteich macht seinem Namen wieder alle Ehre: Seit heute (8. Oktober) schwimmen dort zwei junge Schwäne aus Wittenberg. Die vier Monate alten Brüder stammen von Costa und Diva, dem bekannten Wittenberger Schwanenpaar, und wurden von Patrick Anger aufgezogen.

Fotos: Antje Weiß

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Lange hatte am Teich etwas gefehlt. Nachdem im Februar Trauerschwan Erna und Gans Berta gestorben waren, lebten dort nur noch Enten und Fische. Das ungewöhnliche Paar hatte in Bad Schmiedeberg längst Kultstatus. „Wer hat schon einmal erlebt, dass ein Schwan und eine Gans ein Paar sind?“, erinnerte Kurdirektor Dedo Lehmann an die beiden. Sie waren über Jahre unzertrennlich.

Heidemönch Roland Gempe erzählte bei der Begrüßung mit einem Augenzwinkern eine besondere Berta-Geschichte. Als Weihnachtsgans war sie einst nach Bad Schmiedeberg gekommen – und wurde nie geschlachtet. Kam der Kurdirektor im Anzug vorbei, soll Berta gezetert haben. In Zivil dagegen schenkte sie ihm kaum Beachtung. „Kleider machen Leute“, kommentierte der Heidemönch schmunzelnd.

Nun beginnt am Schwanenteich ein neues Kapitel. Patrick Anger hat Costa und Diva inzwischen bereits zum vierten Mal Nachwuchs aufgezogen. Insgesamt 15 Jungtiere haben die beiden mittlerweile. Alle fanden neue Zuhause: Auch die fünf Jungtiere aus diesem Jahr. Zwei Weibchen sind nach Gera gezogen, ein weiterer Bruder kommt nach Jessen.

Die beiden neuen Bewohner von Bad Schmiedeberg haben allerdings noch keinen Namen. Darüber soll gemeinsam mit dem MDR entschieden werden.

Auch Oberbürgermeister Torsten Zugehör ließ es sich nicht nehmen, die jungen Wittenberger persönlich nach Bad Schmiedeberg zu begleiten.„Das sind unsere Schwäne“, sagte er und wünschte den beiden einen guten Start.

Bei nasskaltem Wetter warteten zahlreiche Gäste auf den großen Moment. Die Mädchen und Jungen der Kneipp-Kindertagesstätte „Storchennest“ begrüßten die neuen Bewohner sogar mit Liedern. Dann wurden die Kisten geöffnet – doch von einem eleganten Einzug ins Wasser wollten die beiden zunächst nichts wissen.

Erst mussten sie etwas ermuntert werden. Danach verschwanden die jungen Schwäne zunächst im Gebüsch, erkundeten ihr neues Revier und wagten sich schließlich ins Wasser. Als sie dort majestätisch ihre ersten Runden drehten, war die Freude bei den Zuschauern groß.

Heidemönch Roland Gempe hatte es zuvor passend auf den Punkt gebracht: „Der König ist tot, lang lebe der König.“ Nun darf gespannt gewartet werden, auf welche Namen die beiden neuen Könige des Schwanenteichs künftig hören werden.

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