Freitag, 27.03.2026

Wörlitz (md/wg). Um den ökologischen Wert und die Artenvielfalt im europäischen FFH-Gebiet Dessau-Wörlitzer Elbauen langfristig zu sichern, fanden in den vergangenen Wochen gezielte Waldpflege- und Verjüngungsmaßnahmen statt. Die Arbeiten wurden eng mit den Naturschutzbehörden abgestimmt und folgten den Vorgaben des geltenden Managementplans. FFH-Gebiete sind Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ und dienen dem Erhalt gefährdeter Lebensraumtypen sowie seltener Tier- und Pflanzenarten.

Im Fokus der notwendigen Maßnahmen stand die Förderung stabiler, standortgerechter Hartholzauenmischwälder, die den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen sind. Ein zentrales Element der Waldpflege ist die Einleitung der Naturverjüngung. Durch die behutsame Entnahme einzelner „Bedränger-Bäume“ wird mehr Licht auf den Waldboden gelenkt. Dies ermöglicht es jungen Bäumen – etwa der heimischen Flatterulme, dem Feldahorn oder auch der Gemeinen Esche – natürlich aufzuwachsen und die nächste Waldgeneration zu bilden.

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Im Sinne des Naturschutzes werden bei den Arbeiten gezielt Biotopbäume und Totholz im Bestand belassen und mit einer Wellenlinie markiert. Diese dienen als wichtige Rückzugsorte für höhlenbrütende Vögel, Fledermäuse und seltene Insektenarten. Das Ziel ist ein Mosaik aus verschiedenen Altersstufen und Strukturen, das die biologische Vielfalt im Gebiet nachhaltig stärkt. Der Fokus der forstlichen Förderung liegt dabei immer auch auf der Stieleiche, welche eine anhaltende Unterstützung benötigt, um in ausreichender Anzahl in den Auenlebensräumen präsent zu sein. Nichtheimische Baumarten wie Grauesche oder der Eschenahorn werden dabei vorrangig entnommen.

Alle diese Maßnahmen werden in einer jährlichen Begehung mit den Vertretern der Unteren Naturschutzbehörden gemeinsam mit der Verwaltung des Biosphärenreservats abgestimmt und auch im Nachgang reflektiert. Dabei wird großer Wert auf eine bodenschonende Arbeitsweise der notwendigen Maschinen gelegt und die Arbeiten bei schlechter Witterung ausgesetzt. Alle Maßnahmen mussten bis zum 15. März 2026 abgeschlossen sein, was trotz einer längeren Frostperiode im Winter gelang. Durch die Ablage des Kronenmaterials in den festgelegten Rückegassen konnte zusätzlich die Belastung für den Boden verringert werden.

Grundsätzlich sind die Pflegeeingriffe dabei von geringer Intensität. Größere Ansammlungen von Holzpoltern an zentralen Waldwegen werden gebildet, um die notwendige Abfuhr des Holzes zu zentralisieren. Es gibt also nicht viele kleine Polter in der Tiefe des Waldes, sondern einzelne größere an festen, gut erreichbaren Weg. In der abgelaufenen Saison wurden insgesamt 37 Hektar Altdurchforstungen und 17 Hektar Jungdurchforstungen zur Pflege der Lebensräume und Waldbestände durchgeführt. Weitere Maßnahmen wurden aufgrund des schnell einsetzenden Tauwetters in den kommenden Herbst verschoben, um so die Vorgaben zum Bodenschutz einzuhalten.

Die Verjüngung der geschädigten Waldbestände ist die Hauptaufgabe der kommenden Jahre im Rahmen der forstlichen Bewirtschaftung des Waldes für die Zukunft künftiger Generationen. So wurden im Herbst/Winter dieser Saison eine Fläche von ca. 26,5 Hektar an geschädigtem Wald verjüngt.

Bild: Gepflegter Bestand mit Rückegasse ohne Bodenschäden. Foto: ©KsDW, Stephan Behrens

Von Redaktion

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