Di.. Aug. 11th, 2026

Wittenberg (md/aw). Wie werden Häuser in Wittenberg künftig mit Wärme versorgt? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Lutherstadt in den kommenden Jahren. Am Dienstag haben Oberbürgermeister Torsten Zugehör, Klimaschutzmanagerin Aileen Jenau und Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Reinhardt den Start der kommunalen Wärmeplanung vorgestellt.

Für Städte und Gemeinden ist die Wärmeplanung ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren Wärmeversorgung. Deutschland soll seine Wärmeversorgung bis 2045 schrittweise von fossilen Energieträgern wie Erdgas und Heizöl auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme umstellen.

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Wittenberg muss seinen Wärmeplan spätestens bis zum 30. Juni 2028 vorlegen. Noch steht die Stadt am Anfang. Nach der Vorbereitungsphase soll gemeinsam mit einem noch zu beauftragenden Dienstleister untersucht werden, wie die Gebäude heute beheizt werden, welche Energie- und Wärmenetze vorhanden sind und welche Möglichkeiten für eine künftige Versorgung bestehen.

Untersucht werden unter anderem erneuerbare Energien, Abwärme, Wärmepumpen sowie mögliche bestehende oder neue Wärmenetze. Daraus soll am Ende eine Strategie entstehen, wie die Wärmeversorgung in Wittenberg langfristig entwickelt werden kann.

Kein automatischer Heizungstausch

Für viele Hauseigentümer dürfte vor allem eine Frage entscheidend sein: Muss wegen der Wärmeplanung jetzt eine neue Heizung eingebaut werden?

Die Antwort der Stadt lautet klar: Nein. „Die kommunale Wärmeplanung selbst wird Eigentümerinnen und Eigentümer nicht dazu verpflichten, ihre Heizung auszutauschen“, erklärt Oberbürgermeister Torsten Zugehör.

Der Wärmeplan soll vielmehr Orientierung geben. Er soll beispielsweise zeigen, in welchen Gebieten ein Wärmenetz sinnvoll sein könnte und wo eine dezentrale Lösung, etwa eine Wärmepumpe, eher infrage kommt. Die Entscheidung über die Heizungsanlage bleibt grundsätzlich beim jeweiligen Eigentümer.

Auch der bestehende Gasanschluss wird durch die kommunale Wärmeplanung nicht automatisch abgeschaltet. Die Wärmeplanung ist zunächst ein strategisches Instrument der Stadt und keine Anordnung zum Austausch bestehender Heizungen.

Stadtwerke als wichtiger Partner

Bei der Planung arbeiten Stadt und Stadtwerke eng zusammen. Die Stadtwerke stellen Daten zur Verfügung, bringen ihre Erfahrung als regionaler Energieversorger ein und verfügen über Kenntnisse zu bestehenden Energie- und Wärmenetzen.

„Verbindliche Rahmenbedingungen vom Gesetzgeber, ein verlässlicher Fördermittelrahmen und passgenaue technische sowie wirtschaftlich sinnvolle Lösungen sind entscheidend“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Reinhardt.

Für private Hausbesitzer gibt es dazu am 5. November 2026 eine weitere Informationsmöglichkeit. Beim kostenlosen 3. Immo- und Installateur-Treff der Stadtwerke werden erstmals auch private Eigentümer angesprochen. Die Anmeldung soll ab September über die Internetseite der Stadtwerke möglich sein.

Die Kosten für die Erstellung des Wärmeplans sind im Wittenberger Haushalt für 2026 bereits berücksichtigt und für 2027 und 2028 eingeplant. Für Eigentümer entstehen durch die kommunale Wärmeplanung selbst keine direkten Kosten.

Die Stadt will über den weiteren Verlauf informieren. Eine eigene Internetseite zur kommunalen Wärmeplanung wird fortlaufend aktualisiert.

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