Dessau (md/wg). Anlässlich des 120. Geburtstags der Philosophin Hannah Arendt laden die Evangelische Erwachsenenbildung Anhalt und die Cohen-Gesellschaft Coswig (Anhalt) e.V. zu einem öffentlichen Vortrag ins Georgenzentrum (siehe Foto) in Dessau ein. Am Donnerstag, dem 9. April 2026, um 17 Uhr spricht Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen) über Hannah Arendts viel diskutiertes Werk „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“.
Hannah Arendt verstand sich selbst als politische Theoretikerin. Ihr Leitsatz „Ich will verstehen“ steht für ein ideologiefreies „Denken ohne Geländer“, das ihr gesamtes Werk prägt. Besonders ihr Buch über den Jerusalemer Eichmann-Prozess löste nach seinem Erscheinen 1963 heftige Kontroversen aus. Zustimmung wie Ablehnung machen bis heute deutlich, dass dieses Werk zur eigenen Auseinandersetzung herausfordert.
Der Vortrag von Hans Martin Dober nimmt diese Impulse auf und geht der ethischen Frage nach dem Bösen und der menschlichen Verantwortung im Denken Hannah Arendts nach. Dober studierte Evangelische Theologie und Philosophie in Göttingen, Tübingen, Jerusalem und Heidelberg. Er promovierte zu Franz Rosenzweig, habilitierte sich mit einer Arbeit über Walter Benjamin und lehrt als außerplanmäßiger Professor für Praktische Theologie an der Universität Tübingen.
Eine Einführung in die Biografie Hannah Arendts gibt Dr. Hans-Jörg Willer, Vorsitzender der Cohen-Gesellschaft Coswig (Anhalt) e.V. Die Moderation übernimmt Dr. Bernd Ulbrich. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. 0340/252 611 07 oder per E-Mail an erwachsenenbildung@kircheanhalt.de. Foto: Veranstalter

