Wittenberg (md/wg). Seit wann gibt es eine jagdliche Fachsprache? Warum unterscheidet sich die sogenannte Waidmannssprache von der Alltagssprache? Was hat es mit „Jägerlatein“ auf sich? Und warum muss ein Jäger dieses beherrschen? Dazu referiert Prof. Dr. Simone Schultz-Balluff im Rahmen der Reihe „Redezeit“ am 12. Januar um 18 Uhr bei freiem Eintritt im Lectorium der Stiftung Leucorea.
Der Vortrag möchte diesen Fragen nachgehen und dabei einen Blick auf die Anfänge der Waidmannssprache im frühen Mittelalter, auf die Entwicklung im hohen und späten Mittelalter und auf die Ausdifferenzierung zur frühen Neuzeit hin werfen. Einen Schwerpunkt bildet die jagdliche Fachliteratur in deutscher Sprache, die sich seit dem 14. Jahrhundert ausbreitet.
Das Werden und die (Un-)Festigkeit der Waidmannssprache lässt sich dabei besonders gut an der sogenannten Zeichenlehre des Rotwilds nachzeichnen, die exemplarisch herangezogen wird. Der Vortrag möchte nicht zuletzt geeignete Ansatzpunkte für die Erforschung der jagdlichen Fachsprache in ihrer historischen Dimension vorstellen. Den Rahmen des Vortrags bildet die Jagd im Mittelalter innerhalb der deutschsprachigen Territorien.
Prof. Dr. Schultz-Balluff ist Inhaberin des Lehrstuhls Germanistische Mediävistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Neben der Erforschung der historischen Entwicklung der Jägersprache gehören zu ihren Schwerpunkten Textkulturen im Kloster, insbesondere norddeutscher Frauenklöster sowie religiöse Literatur wie Passionsliteratur und Gebetstexte. Foto: Markus Scholz

