Wittenberg (md). Mit einer umjubelten Premiere der diesjährigen Frauentags-Party-Show verwandelte sich das Clack Theater erneut in eine glitzernde Bühne und bewies einmal mehr, dass große Unterhaltung nicht nur in Metropolen zu Hause ist. Schon am Premierenabend gab es stehende Ovationen für ein Ausnahmeevent, das Musik, Comedy, Artistik und Revue-Elemente zu einem rasanten Gesamterlebnis verschmelzen ließ.
In opulenten Roben und mit spitzer Zunge führte Swee T. (Stefan Schneegaß) frech, charmant und mit Haltung durch das Programm. Zwischen schillernden Kostümwechseln und pointierten Moderationen griff sie das diesjährige Motto des Internationalen Weltfrauentages „Give to Gain“ („Geben, um zu gewinnen“) auf. Mit augenzwinkernder Schärfe stellte Swee T. die Frage, wie manche historische Wendung wohl ausgesehen hätte, wenn Frauen die entscheidenden Hebel in der Hand gehalten hätten. Sie vereint Grandezza mit Schlagfertigkeit und wechselt mühelos zwischen Glitzer, Selbstironie und gesellschaftlichem Augenzwinkern.
Große Stimmen und starke Bühnenpräsenz prägten den musikalischen Teil des Abends. Male Diva alias Mario Welker überzeugte mit stimmlicher Wucht und charismatischer Ausstrahlung. Eindrucksvoll präsentierte sich auch der Clack-Neuzugang Nicola Monterumisi, der mit seiner kraftvollen Interpretation von „The House of the Rising Sun“ begeisterte Bravorufe erntete. Seine Stimme – rau, intensiv, mit italienischem Timbre – hinterließ bleibenden Eindruck. Ebenso energiegeladen und spielfreudig zeigte sich Tim Olcay, der tänzerische Präzision und stimmliche Sicherheit zu einer publikumsnahen Performance verband.
Einen der spektakulärsten Momente des Abends lieferten die „T Brothers“. Die Brüder aus der Ukraine trainieren seit zehn Jahren gemeinsam – ihre Synchronität wirkt beinahe übermenschlich. Ihr kraftvoller Strapaten-Act beeindruckte durch enorme Körperspannung und ästhetische Bilder. Darüber hinaus präsentierten sie eine eigenständige Hand-auf-Hand-Akrobatik, die in einem atemberaubenden Höhepunkt gipfelte: einem Kopfstand auf dem Kopf des Partners. Spätestens hier hielt das Publikum den Atem an – um im nächsten Moment in tosenden Applaus auszubrechen.
Rasanz und Raffinesse bestimmten auch die Handschrift der Inszenierung. Für das Showkonzept zeichnen Stefan Schneegaß und Taddeo Pellegrini gemeinsam verantwortlich. Musikarrangements und Choreografien stammen hingegen aus der Feder Pellegrinis und tragen unverkennbar seine dynamische, detailverliebte Handschrift. Der Musicaldarsteller, derzeit als „Santiago“ in „Moulin Rouge! The Musical“ (Köln) zu erleben, bringt internationale Erfahrung mit, die sich in Tempo, Präzision und dramaturgischem Gespür widerspiegelt. Ein „Candy-Medley“ verband zuckersüße Kostüme mit augenzwinkernder Erotik – ein visuelles Feuerwerk mit humorvollem Unterton. Auch ein opulentes Country-Medley erzählte in nur sechs Minuten eine ganze Geschichte: temporeich, bildstark und mitreißend.
Das absolute Highlight des Abends war jedoch der Auftritt von „Daphne Schnückel“. Als improvisationsfreudige Fitnesstrainerin brachte sie das Publikum mit spontanen Einlagen und schrägem Wortwitz zum Dauerlachen. Eine herrlich überdrehte Choreografie zu „Bauch, Beine, Po“, präsentiert in schrillsten Outfits, wurde mit frenetischen Zugabe-Rufen gefeiert. Hier verschmolzen Parodie, Körperbeherrschung und Comedy zu einem der unvergesslichsten Momente des Abends.
Was bleibt, ist der Eindruck einer Show mit Strahlkraft. Die Mischung aus Glamour, Humor, Artistik und musikalischer Klasse macht die Frauentags-Party-Show im Clack Theater zu einem Ereignis, das weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit verdient. Sämtliche Vorstellungen sind bereits ausverkauft, und selbst für 2027 wurden schon rund 1.000 Tickets reserviert. Fazit: ein rauschendes Fest für Augen, Ohren und Lachmuskeln – und ein starkes Signal dafür, wie facettenreich, selbstbewusst und unterhaltsam modernes Revuetheater sein kann. Foto: ©Corinna Kroll

