Wittenberg (md). Im Jahr 2023 feiert die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek Wittenberg ein doppeltes Jubiläum: Vor 10 Jahren trat ihr Gründungsvertrag in Kraft, seit fünf Jahren arbeitet sie erfolgreich im Schloss Wittenberg. In der RFB wurden Buch- und Archivbestände sowie historische Sondersammlungen zusammengeführt, die bis dahin auf fünf verschiedene Standorte verstreut und teilweise nicht benutzbar waren.
Für die internationale Reformations- und Kulturgeschichtsforschung ist damit eine neue Studienstätte entstanden, in der ca. 230.000 Bände zentral genutzt und unter konservatorisch erheblich verbesserten Bedingungen verwahrt und erschlossen werden können. In der Forschung stehen neben der Geschichte und Kultur der Reformation die Universitätsgeschichte, der Humanismus und die Geschichte der Lutherischen Orthodoxie im Blickpunkt. Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen laden zur Begegnung und facettenreichen Auseinandersetzung mit dem in der RFB verwahrten Kulturerbe ein.
Die Festwoche vom 9. bis 13. Oktober 2023 stellt dieses Erbe und seine Erhaltung in den Mittelpunkt des Programms. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei, bei einigen ist jedoch eine Anmeldung erforderlich unter Tel.: 03491/50 69 200, E-Mail: sekretariat@rfb-wittenberg.de.
Unter dem Titel „Der exklusive Blick – Das Magazin der RFB“ wird der Öffentlichkeit Einblick in die besonders gesicherten und für gewöhnlich nur Mitarbeitern zugänglichen Magazinräume der Forschungsbibliothek gewährt. Die Termine: 9. Oktober, 16 Uhr; 10. Oktober, 18 Uhr; 12. Oktober, 10 Uhr und 13. Oktober, 14 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf jeweils fünf Personen begrenzt, deshalb ist eine Anmeldung erforderlich, Treffpunkt ist das Besucherzentrum des Schlosses.
In der Buchpräsentation „Wittenbergs Reichtum – Bibliotheksschätze und Kuriositäten aus zwölf Jahrhunderten“ werden informativ und unterhaltsam besonders wertvolle Bücher und Handschriften im Rahmen einer öffentlichen Zimelienschau vorgestellt. Die Termine: 9. Oktober, 18 Uhr und 10. Oktober 16 Uhr.
Die Bewahrung von Kulturgütern erfordert eine intensive Betreuung und nicht selten auch Erhaltungsmaßnahmen. In der Veranstaltung „Einer Restauratorin über die Schulter geschaut“ gewährt die Buch- und Papierrestauratorin Katharina Lußky am 11. Oktober um 16 und um 18 Uhr Einblicke in ihre Arbeit. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Höhepunkt der Festwoche ist ein Festvortrag von Prof. Dr. Martin Keßler, der eine Schlegel-Professur mit dem Schwerpunkt Reformation und Aufklärung an der Universität Bonn innehat. Seit 2019 ist er Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der RFB. Am Donnerstag, 12. Oktober 2023, 18.00 Uhr, spricht er in der Aula des Schlosses Wittenberg über „Entdeckungen zur Reformationsgeschichte und die besondere Rolle von Bibliotheken“.
Die Festwoche schließt mit einer „Reise um die Welt mit 15 Büchern“, in der historische Reise- und Entdeckerberichte im Mittelpunkt stehen. Jules Verne ließ Phileas Fogg in 80 Tagen um die Welt reisen. Die RFB schafft eine solche Umrundung mit 15 Büchern aus fünf Jahrhunderten in einer Stunde. Die Veranstaltung berichtet von unglaublichen Abenteuern und faszinierenden Entdeckungen, von der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und hanebüchenen Unsinn, vom Streben nach Ruhm und Reichtum, aber auch von Blamagen und ruinösen Unternehmungen. Motive und Formen des Reisens vom 15. bis 19. Jahrhundert werden sichtbar und geben Anlass, eigenes Denken und Handeln zu reflektieren.
Bild: Unter dem Motto „Der exklusive Blick“ können Besucher während der Festwoche interessante Einblicke in das wertvolle Magazin der RFB nehmen. Foto: ©RFB

