Wittenberg (md/wg). In der Reihe „Redezeit“ spricht am 13. April, 18 Uhr, Prof. Dr. Ralph Mocikat im Lektorium der Leucorea zum Thema „Studieren in Deutschland: Nur noch auf Englisch?“ Der Eintritt ist frei.
Hochschulen haben einen gesellschaftlichen Sicherstellungsauftrag. Ihnen obliegt u.a. die wissenschaftsbasierte Ausbildung der Fachkräfte, die in Unternehmen, der Verwaltung, im Gesundheitswesen usw. benötigt werden. Vor dem Hintergrund politischer Vorgaben zur Internationalisierung stellen immer mehr deutsche Hochschulen ganze Studiengänge – auch in unmittelbar praxisbezogenen Disziplinen – auf die Lehrsprache Englisch um, ohne Angebote in der Landessprache aufrecht zu erhalten.
Dies wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie wirkt sich die Umstellung auf eine Fremdsprache auf das demokratische Selbstverständnis der Hochschulen, die Stellung der Wissenschaft in der Gesellschaft, den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Wissenschaftsakzeptanz in der Öffentlichkeit aus? Welche Folgen hat fremdsprachige Lehre für die Qualität der Ausbildung? Wie entwickelt sich die Zahl der Studienabbrecher?
Wie kann soziale und kulturelle Integration ausländischer Akademiker gelingen, wenn diese in eine englischsprachige akademische Parallelwelt gedrängt werden? Was bedeutet das für das interkulturelle Verständnis? Können Absolventen, denen landessprachliche Kenntnisse und landessprachliche Fachtermini fehlen, auf dem inländischen Arbeitsmarkt Fuß fassen? Welche Folgen hat das für die Volkswirtschaft?
Prof. Dr. Ralph Mocikat (siehe Foto) ist Mediziner, sein Forschungsfeld ist vor allem die Immunologie. Er war u.a. Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Direktor des Instituts für Molekulare Immunologie, Hämatologikum München-Großhadern und gehört dem Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache (ADAWIS) e.V., Berlin/München an.

