Di.. Juni 2nd, 2026

Griebo (md/aw). Der Ersatzneubau der Fuß- und Radwegbrücke über den Mühlgraben in der Grieboer Dorfstraße nähert sich dem Abschluss. Wie die Lutherstadt Wittenberg im Rahmen eines Pressegesprächs am 2. Juni mitteilte, soll die neue Brücke planmäßig Anfang Juli 2026 fertiggestellt werden.


 Fotos: Stadtverwaltung Lutherstadt Wittenberg

Die Brücke besitzt eine besondere Bedeutung für Anwohner, Radfahrer und Touristen. Über das Bauwerk verläuft unter anderem der Elberadweg – einer der beliebtesten Radfernwege Deutschlands. Unmittelbar daneben befindet sich die historische Wassermühle „Untermühle Griebo“, die als technisches Denkmal weit über die Region hinaus bekannt ist.

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Auslöser für den Ersatzneubau war ein schwerwiegender Schaden im Dezember 2023. Damals führte ein sogenannter Sohlbruch im Mühlgraben dazu, dass Wasser unkontrolliert unterirdisch abfloss und erst im Bereich der Stirnmauer der Mühle wieder austrat. Untersuchungen ergaben erhebliche Unterspülungen an den Fundamenten der bisherigen Überfahrt, wodurch die Standsicherheit des Bauwerks nicht mehr gewährleistet war.

Um die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten, wurden zunächst umfangreiche Sofortmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehörten unter anderem der Einbau einer Verrohrung zur Wasserableitung, die Verfüllung entstandener Hohlräume sowie die Einrichtung einer provisorischen Überfahrt. Da weiterhin Wasser austrat, wurde der Mühlgraben in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde nördlich von Griebo umgeleitet. Dadurch konnten sowohl die Brücke als auch die Wassermühle trockengelegt werden.

Die Umleitung hatte jedoch weitere Folgen: Auch das Durchlassbauwerk des Mühlgrabens an der Bundesstraße 187 fiel trocken und wurde daraufhin durch die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt näher untersucht. Auf Grundlage der Ergebnisse erhielt die Erneuerung des Durchlasses an der B187 zunächst Vorrang. Diese Arbeiten wurden im Sommer 2025 abgeschlossen.

Nach der Bereitstellung von Haushaltsmitteln in Höhe von 300.000 Euro und der erfolgreichen Ausschreibung der Bauleistungen sollte der Neubau der Fuß- und Radwegbrücke ursprünglich bereits im November 2025 beginnen. Wegen notwendiger Sanierungsarbeiten an der Stützmauer im Bereich der Mühle, die nur bei bestimmten Mindesttemperaturen durchgeführt werden können, musste der Baustart jedoch auf das Frühjahr 2026 verschoben werden. Die Arbeiten begannen schließlich im März dieses Jahres.

Inzwischen sind der Unterbau der neuen Brücke sowie die Sanierung der Stützwand auf Seiten der historischen Wassermühle zu rund 90 Prozent abgeschlossen. Die bisherigen Baukosten belaufen sich nach Angaben der Stadt auf etwa 260.000 Euro.

Nach Fertigstellung der Maßnahme soll auch die Umleitung des Mühlgrabens wieder aufgehoben werden. Künftig wird das Fließgewässer die neue Brücke erneut unterqueren und die bereits 1845 errichtete Wassermühle wieder mit Wasser versorgen.

Von Redaktion