Dessau/Wittenberg (md). Zum Thema „Nebel im Kopf – Kognitive Beeinträchtigungen nach Krebs“, findet am Mittwoch, dem 18. Januar 2023, in der Zeit von 15 Uhr bis 16 Uhr die nächste virtuelle Onko-Expertensprechstunde der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e.V. (SAKG) statt. Diese Sprechstunde wird online via Zoom-Meeting stattfinden. Anmeldungen sind ab sofort unter den Telefonnummern 0340/250 87 810 bzw. per Mail an info@sakg.de möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Außer körperlichen Einschränkungen bei Krebstherapien, treten, meist zeitversetzt, kognitive, das heißt geistige Leistungseinbrüche auf. Den Patientinnen und Patienten fällt es schwer, aufmerksam zu sein. Sie lassen häufig Aufgaben unbeendet liegen, haben Schwierigkeiten, Worte zu finden, sich zu erinnern. Das Denken fühlt sich langsamer an und die berufliche Leistungsfähigkeit kann beeinträchtigt sein. Mit den Einschränkungen muss man nicht dauerhaft leben.
Es gibt zum Teil auch professionelle Möglichkeiten, mit denen Abhilfe geschaffen werden kann. „Nebel im Kopf“: Muss ich meine Beeinträchtigungen bei einem Neurologen abklären lassen? Wie lange halten diese kognitiven Einschränkungen in der Regel an? Hilft Gehirnjogging – und was versteht man darunter? Was kann der Betroffene im Berufsleben tun, um seine Leistungsdefizite auszugleichen? Psychologin Larissa Morgenstern von der SAKG erläutert in der Expertensprechstunde, wie man sich dem Problem nähert, genauer gesagt, was Betroffene gegen den „Nebel im Kopf“ machen können.
In der Vergangenheit galten kognitive Einschränkungen bei Krebspatienten ausschließlich als Nebenwirkung der Chemotherapie und wurden von Betroffenen als „Chemobrain“ bezeichnet. Neuere Studien zeigen, dass die Ursachen vielfältiger sind. Neben den Tumortherapien (zielgerichtete, Chemo-, Immun-, Hormon- oder Strahlentherapie) und Operationen, können die kognitiven Einschränkungen durch die Krebserkrankung selbst hervorgerufen werden.
Kognitive Einschränkungen sind jedoch nicht beschränkt auf Gehirntumoren, sondern für viele Erkrankungen dokumentiert. Psychische Faktoren wie Ängste, Depressionen, Stress, Schlafstörungen oder Fatigue, als Reaktion auf die Diagnose und deren Behandlung, sind sehr häufig und stehen auch im Zusammenhang mit kognitiven Einschränkungen.
Mit den Onko-Expertensprechstunden 2023 will die SAKG Krebsbetroffene und deren Angehörige in ihrer Kompetenz stärken und ihrem Bedürfnis nach Information, Beratung und Unterstützung Rechnung tragen, denn in der modernen Krebsmedizin sind die Patienten Teil des Behandlungsteams. Sie möchten als aktive, gleichberechtigte Partner akzeptiert werden, selbst aktiv zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufes beitragen und mitentscheiden. Je mehr Betroffene wissen, desto genauer verstehen sie, was mit ihnen passiert und warum die jeweilige Behandlungsmethode Erfolg verspricht. Dieses Wissen reduziert die Angst und hebt das Selbstwertgefühl.

