Mittwoch, 04.03.2026

Magdeburg (md/aw). Beim Treffen des CarbonCycleCultureClub (C4) am 26. Februar unter dem Titel „Quo vadis CMS-Strategie Sachsen-Anhalt?“ in Magdeburg wurde deutlich, welche Bedeutung industrielle Standorte wie die SKW Stickstoffwerke Piesteritz für die Entwicklung eines wirtschaftsnahen Carbon-Managements haben.

Gastgeber der Veranstaltung war Professor Ralf Wehrspohn vom Forum Rathenau, der Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Industrie zusammenbrachte. Unter den Gästen waren Staatssekretärin Stefanie Pötzsch aus dem Wirtschaftsministerium, Staatssekretär Dr. Steffen Eichner aus dem Umweltministerium, Christoph Zeiss vom Wuppertal Institut sowie Unternehmensvertreter wie Carsten Franzke von den SKW Stickstoffwerken Piesteritz und Dr. Markus Lorenz von Südzucker in Zeitz.

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Im Mittelpunkt stand das Positionspapier zur Carbon-Management-Strategie des Landes. Die Landesregierung setzt dabei auf einen Dialog mit der Wirtschaft, um Klimaziele und industrielle Wertschöpfung in Einklang zu bringen. Besonders für energieintensive und kohlenstoffbasierte Branchen – wie sie in Wittenberg und Piesteritz angesiedelt sind – bieten Technologien wie CCS und CCU konkrete Perspektiven, um unvermeidbare Emissionen zu behandeln und gleichzeitig Produktionsprozesse zu sichern.

Christoph Zeiss verwies auf Nordrhein-Westfalen als Beispiel für eine frühzeitig institutionalisierte Strategieentwicklung. Entscheidend seien dort Kontinuität und die enge Einbindung von Industrie und Forschung gewesen. Ein solcher langfristiger Rahmen könne auch für Sachsen-Anhalt Orientierung bieten.

Carsten Franzke betonte die zentrale Rolle der Kohlenstoffkreislaufwirtschaft für den Standort Piesteritz. CO₂ sei nicht nur Emission, sondern zugleich Rohstoff für industrielle Wertschöpfung. Technologien zur Speicherung oder Nutzung von Kohlendioxid könnten eine Brücke in eine klimaneutrale Zukunft schlagen, ohne Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.

Staatssekretärin Pötzsch unterstrich, dass gerade Regionen mit starker industrieller Prägung wie Wittenberg eine Vorreiterrolle übernehmen könnten. Dr. Eichner ergänzte, dass zunächst direkte Emissionsminderungen Priorität hätten, für verbleibende Restemissionen jedoch verlässliche Rahmenbedingungen für Carbon-Management-Technologien geschaffen werden müssten.

Die Diskussion wird am 26. März 2026 im Industrie- und Filmmuseum Bitterfeld-Wolfen fortgesetzt. Dort geht es um die wirtschaftlichen Chancen von Technologien zur CO₂-Entnahme aus der Umwelt – ein weiteres Thema mit Bedeutung für das Mitteldeutsche Revier und seine industriellen Standorte.

Das Forum Rathenau versteht sich als Plattform für Innovation, Bildung und Vernetzung. Ziel ist es, ein starkes Kompetenzcluster für postfossile Kohlenstoffwirtschaft in Sachsen-Anhalt zu entwickeln. 

Foto: Die Podiumsgäste mit dem Moderator: (von links) Christoph Zeiss, Carsten Franzke, Dr. Markus Lorenz, Staatssekretärin Stefanie Pötzsch, Staatssekretär Dr. Steffen Eichner und Professor Ralf Wehrspohn. Foto: Sergei Balyberdin

Von Redaktion