Dessau (md/wg). „Nichts als berührende Wahrhaftigkeit“ lautet der Titel der nächsten Veranstaltung mit Mina Richman und ihren kunstvollen Songs und Texten in der Reihe „Vom Hocker…?!“ am 28. März um 20 Uhr im Foyer des Alten Theaters. Ehrlich, queer und selbstbestimmt: Es ist die Suche nach einer Perspektive und Lebensrichtung, die die queere Deutsch-Iranerin Mina Richman schon früh zur Musik treibt.
In Berlin geboren, aber in der Kleinstadt Bad Salzuflen aufgewachsen, pendelt sie zwischen den Welten und entdeckt in der CD-Sammlung ihrer Tante Schätze wie Joan As Policewoman und Nina Simone. Soul und Blues, die Hip-Hop-Kultur und die Revolte der großen Singer-Songwriterinnen stehen Pate, als sie an ihrer Debüt-EP „Jaywalker“ (2022) arbeitet, mit der sie als beste Newcomerin für den PopNRW Preis nominiert wird.
Von ihrem Vater „aus Versehen“ zur Feministin erzogen – wie sie es einmal in einem „Zeit“-Interview formulierte – bediente sie sich für ihren Künstlerinnennamen beim berühmten Cher-Zitat „Mom, I am a rich man“. Der Solidaritäts-Song „Baba Said“ geht während der Revolution im Iran schlagartig viral und ermöglicht ihr, mit ihrer Musik einen Beitrag zum Kampf für Freiheit und Menschenrechte zu leisten.
Aktivismus mit Musik zu verbinden, versteht sie als Pflicht und Notwendigkeit. In ihrem Debütalbum „Grown Up“, welches im März 2024 über das Ladies&Ladys Label erschien, stellt sich Mina Richman dem Erwachsenwerden. Mit viel Ehrlichkeit kehrt sie in ihre Kindheit zurück und verarbeitet streitende Eltern, kulturelle Entwurzelung und den gesellschaftlichen wie auch ihren persönlichen Umgang mit ihrem Körper. Von DLF Kultur und FluxFM zum Album der Woche gekürt, tourt sie seither deutschlandweit mit ihrer Band. Foto: ©Jan Haller

