Wittenberg (aw). Ein emotionaler Höhepunkt des Neujahrsempfangs zum 35-jährigen Bestehen des Augustinuswerks Wittenberg war der Auftritt der integrativen Theatergruppe „Glücksraketen“. Am 11. Februar zeigten sie im Stadthaus ihr neues Stück „Mensch im Glück“ – und trafen damit sichtbar ins Herz des Publikums.

Die Inszenierung lehnt sich lose an „Hans im Glück“ an, erzählt aber eine eigene, sehr heutige Geschichte. Ein Mensch möchte seine Gefühle loswerden, weil sie ihm zu viel werden. Glück, kreative Unruhe, Kreativität und Melancholie trägt er seine Gefühle symbolisch in einer großen Kugel mit sich. Auf der Suche nach Ruhe erkennt er am Ende: Glück entsteht nicht durch Tausch, sondern dadurch, angenommen zu werden, wie man ist. Das Stück kam bei den Gästen ausgesprochen gut an und wurde mit langem Applaus belohnt.

Geleitet wird die Gruppe von Fränze Mura-Thorun, Projektkoordinatorin und stellvertretende Geschäftsführerin im Augustinuswerk. „Bei uns bringt jeder seine Persönlichkeit ein – und daraus entsteht etwas ganz Neues“, sagte sie in einer persönlichen Ansprache. Theater sei für die Teilnehmenden Ausdruck, Mutprobe und Gemeinschaft zugleich. Nicht ohne Grund werben die Glücksraketen mit dem Slogan „Theater mit Schub“.

Die Glücksraketen sind ein inklusives Projekt von drei Trägern: dem Augustinuswerk Wittenberg, dem Diesthof Seyda und der Lebenshilfe Dessau Rund 30 Menschen wirken insgesamt mit. Geprobt wird immer mittwochs im „Goldenen Anker“, wo die Gruppe ihren eigenen Spielraum, Requisiten und einen festen Ort zum Proben und Feiern hat.

Gegründet wurde die Gruppe 2023, knüpft aber an frühere Theaterarbeit an. Seitdem entstanden mehrere Stücke mit Tiefgang – bewusst keine reinen Kindermärchen, sondern Geschichten, die Erwachsene berühren. Die Glücksraketen waren bereits im Fernsehen und im Radio zu sehen, unternehmen viele gemeinsame Ausflüge und sind auch buchbar. „Wir kosten nicht viel, um Auftritte an vielen Orten zu ermöglichen“, sagt Mura-Thorun. Dieses Projekt sei mehr als Theater – es ist gelebte Teilhabe.

Ein Video des Stücks ist auf dem Mittendrin-Kanal bei YouTube sowie auf dem Facebook-Kanal verfügbar.


