Montag, 16.03.2026

Wittenberg (md/wg). Am Dienstag, dem 24. März 2026, um 19. Uhr, spricht der Theologe Prof. Dr. Michael Haspel im Audimax der Stiftung Leucorea über die protestantischen Wurzeln von Martin Luther Kings Kampf gegen Rassismus und Ungerechtigkeit. Der Vortrag findet im Rahmen der Vortragsreihe „Transatlantische Wechselwirkungen“ statt, der Eintritt ist frei.

Über seine protestantische Identität sagte Martin Luther King selbst: „Ich bin vielerlei für viele Menschen; Bürgerrechtsaktivist, Agitator, Störenfried und Redner, aber tief in meinem Herzen bin ich im Grunde ein Geistlicher, ein baptistischer Prediger. Das ist mein Wesen und mein Erbe, denn ich bin der Sohn eines Baptistenpredigers, der Enkel eines Baptistenpredigers und der Urenkel eines Baptistenpredigers.“

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Außer den spirituellen Wurzeln im „schwarzen“ Südstaaten-Baptismus ist allerdings die Namensgebung Martin Luther auffällig. An ihm zeigen sich tatsächlich „Transatlantische Wechselwirkungen“, die sich bis nach Wittenberg verfolgen lassen. Denn King hieß ursprünglich Michael, nicht Martin Luther. Sein Vater war 1934 beim Weltkongress der Baptisten in Berlin und angeblich auch zu einer Exkursion in Wittenberg. Das habe ihn so beeindruckt, dass er seinen und den Namen seines Sohnes in den des Reformators geändert hat.

Und die Wechselwirkungen gingen weiter. Genau 30 Jahre später besuchte King Jr. im September 1964 Berlin und hielt auch in Ost-Berlin zwei Ansprachen. Die beiden Kirchen waren überfüllt, obwohl der Besuch nicht angekündigt war. Dabei bezog sich King ausdrücklich auf seinen Namenspatron. Kings Botschaft von der Menschenwürde aller Menschen hatte damals viele berührt.

Sowohl durch den SED-Staat als auch im Bereich der evangelischen Kirche wurde King und die Bürgerrechtsbewegung wahrgenommen und spielten eine wichtige Rolle. Die Rezeption des aktiven gewaltfreien Widerstandes wurde in den entstehenden Friedensgruppen aufgenommen und beeinflusste die Friedliche Revolution 1989. Noch im Frühjahr 1989 fanden staatliche Gedenkfeiern statt.

Dr. Michael Haspel lehrt als außerplanmäßiger Professor Systematische Theologie am Martin-Luther-Institut der Universität Erfurt und an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Theologie Martin Luther Kings. Foto: Wikipedia

Von Redaktion

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