So.. Sep. 27th, 2026

Wittenberg (md/wg). Ein Kreuz des aus El Salvador stammenden Künstlers Christian Chavarria Ayala wird im künftigen Eingangsbereich des Wittenberger Lutherhauses ausgestellt. Mit 17 leitenden Kirchenvertretern des Lutherischen Weltbundes (LWB) hat Pfarrerin Katarina Kiilunen, Referentin für das Leitungsprogramm des LWB, das farbenprächtige „Lund-Kreuz“ am heutigen Samstag in Wittenberg an den Vorstand der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Dr. Thomas T. Müller, übergeben. Damit wurde der Auftakt zu einer Kooperation gesetzt, in deren Rahmen sich Lutherische Kirchen aus mehreren Kontinenten an der neuen Dauerausstellung im Wittenberger Lutherhaus beteiligen.

Im künftigen Eingangsgebäude zum früheren Wohnhaus des Reformators sollen Exponate aus aller Welt mit Bezug zu Martin Luther ausgestellt werden. Die Gegenstände aus den Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes sollen sichtbar machen, dass die Reformation heute in vielen unterschiedlichen kulturellen und kirchlichen Kontexten weiterlebt. Koordiniert wird die Zusammenarbeit mit der lutherischen Kirchengemeinschaft von den Büros des LWB in Wittenberg und Genf. Das Lutherhaus ist das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Es wird derzeit energetisch saniert und touristisch weiter erschlossen. Aktuell laufen die Arbeiten am Neubau des Eingangsbereiches. Die Eröffnung der neuen Dauerausstellung ist für Ende 2027 geplant.

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Dr. Thomas T. Müller, Vorstand der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, sagte dazu: „Ich freue ich sehr, dass diese Zusammenarbeit möglich ist und bin dem Lutherischen Weltbund dankbar für die Vermittlung. Deutlich wird damit, dass Martin Luther kein nationales Eigentum der Deutschen ist, sondern Menschen in der ganzen Welt erreicht hat. Seine Botschaft lebt in vielen Ländern der Erde fort.“

Dr. Anna Krauß, Direktorin des LWB-Zentrums Wittenberg, betonte: „Wir freuen uns sehr auf dieses gemeinsame Projekt mit der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Für viele Menschen weltweit ist Wittenberg ein Sehnsuchts- und Pilgerort. Teil der Geschichte des Lutherhauses werden zu dürfen und von der Geschichte der Reformation in der ganzen Welt erzählen zu können, ist eine große Ehre.“

Das „Kreuz von Lund“ war Teil eines ökumenischen Gottesdienstes im schwedischen Lund am 31. Oktober 2016, den Lutheraner gemeinsam mit dem damaligen Papst Franziskus feierten. Es ist seitdem ein Symbol der Hoffnung auf Versöhnung und wird zu ganz besonderen Anlässen übergeben. Das heute überreichte Kreuz ist an das Kreuz aus dem Gottesdienst angelehnt und wurde 2017 bei den Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum genutzt. Beide Kreuze wurden vom Künstler Christian Chavarria Ayala gefertigt, der einst vor Gewalt und Verfolgung aus El Salvador nach Schweden flüchtete.

Hintergrund des Besuches Leitender Geistlicher

Neu gewählte Leitungspersonen aus der weltweiten lutherischen Kirchengemeinschaft kommen im September zu einem Treffen des LWB in Genf und Wittenberg zusammen. Im Mittelpunkt stehen die gemeinsame Reflexion über kirchliche Leitung, die bischöfliche Verantwortung und die Frage, was es heute bedeutet, eine Kirche innerhalb einer weltweiten lutherischen Gemeinschaft zu leiten. In Wittenberg steht die lutherische Tradition in ihrem historischen und theologischen Kontext im Vordergrund. Die Begegnung mit den Orten der Reformation bietet Gelegenheit, über lutherische Identität und das kirchliche Leitungsamt aus theologischer Perspektive nachzudenken.

Bild: Katarina Kiilunen, Referentin des LWB-Leitungsprogramms, übergibt ein „Lund-Kreuz“ an Dr. Thomas T. Müller, Vorstand der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Foto: Johannes Killyen

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