Wittenberg (aw). „Bin da. Kann losgehen!“ – mit diesem Satz eröffnete Cordula Specht am 9. Februar die vierte Saison der Laufgruppe „Mittendrin“. 120 Teilnehmer haben sich für das neue Trainingsjahr angemeldet, rund 50 waren zur Auftaktveranstaltung in die Werbeagentur und Druckerei Ideenreich gekommen, um sich zu informieren, Fragen zu stellen – und Lust aufs Laufen zu bekommen.

Fotos: Antje Weiß
Cordula Specht ist die Initiatorin der Laufgruppe – und kennt die Hürden der ersten Kilometer aus eigener Erfahrung. „Am Anfang habe ich selbst geflucht“, sagte sie offen. Vor 14 Jahren begann sie mit dem Laufen und rief die Laufgruppe zunächst über die Mitteldeutsche Zeitung ins Leben. Heute begleitet das Magazin Mittendrin, das im Ideenreich unter dem Dach des Augustinuswerks entsteht, das Projekt bereits zum vierten Mal. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei dabei die TSG Wittenberg als starker Partner: Mit Michael Horn, Dirk Pannicke und Constanze Weigel stellt sie erfahrene Trainer, ergänzt durch Christian Geers von Grün-Weiß Annaburg.

Wie aus vorsichtigen ersten Schritten echte Laufleidenschaft werden kann, zeigte Andreas Krüger. Seine Geschichte ist im aktuellen Mittendrin-Magazin nachzulesen – zur Auftaktveranstaltung kam er persönlich, um vor allem den Laufanfängern Mut zu machen. Offen berichtete er von seinem Weg: Vor drei Jahren begann er in der Laufgruppe, ohne sportliche Ambitionen, ohne Ziel. „Früher hätte ich mir nie vorstellen können, überhaupt zu laufen“, sagte Krüger. Heute ist er Mitglied der TSG Wittenberg und läuft Halbmarathon. „Das Laufen hat mich gepackt“, sagte Krüger und erntete zustimmendes Nicken.

Auch für die Trainer ist die Laufgruppe mehr als nur ein Job. Dirk Pannicke selbst ist über die Laufgruppe zum Laufen gekommen und läuft heute Marathon. Er betreut die Halbmarathon-Gruppe: „Wir gehen das locker an, jeder kann bei Bedarf jederzeit in eine leichtere Gruppe zurückwechseln“, erklärt er. Die Einheiten sind lang genug, um Ausdauer aufzubauen, aber abwechslungsreich gestaltet – mit Anstiegen in den Wallanlagen oder Intervallläufen im Parkhaus. „Am Ende geht jeder mit einem Lächeln nach Hause.“ Seine Medaillen, darunter vom Berlin- und New-York-Marathon, sorgten bei der Auftaktveranstaltung für neugierige Blicke.

Für die Anfänger ist Christian Geers zuständig. „Wir führen langsam heran“, erklärte er. Kurze Laufeinheiten, Gehpausen, immer in Bewegung bleiben – „und dann läuft’s“. Unterstützt wird er von Michael Horn: „Es ist schwer am Anfang, aber man wird schneller fit, als man denkt. Wenn man Fortschritte merkt, motiviert das ungemein.“
Die mittlere Gruppe übernimmt Constanze Weigel. Sie trainiert Läufer, die bereits fünf Kilometer schaffen, auf die elf Kilometer beim Fläminglauf. „Keine Zeiten, kein Druck“, betonte sie. Stattdessen unterschiedliche Reize: Intervalle, Bergläufe, wechselnde Strecken.
Ergänzt wird das Trainerteam durch Claudia Herber, die für Erwärmung und Dehnung sorgt. Und wenn Karli Kotzur vorbeischaut, wird es besonders persönlich: Mit 76 Jahren begleitet das Lauf-„Urgestein“ gelegentlich das Training – als Mutmacher.
Fläminglauf als krönender Abschluss
Ab dem 18. Februar trifft sich die Laufgruppe mittwochs um 16.30 Uhr und sonntags um 10 Uhr im Arthur-Lambert-Stadion sowie in den Wallanlagen zum Training. Saisonhöhepunkte sind der Erdbeerlauf am 28. März und der Fläminglauf am 1. Mai im Volkspark Piesteritz, bei dem die Gruppe geschlossen in den neuen Team-T-Shirts an den Start geht. Nach 22 Trainingseinheiten bildet diesmal aus terminlichen Gründen nicht der Wittenberger Nachtlauf das Finale, sondern der Fläminglauf am 1. Mai – eine Woche vor dem Nachtlauf. Hintergrund: Viele Teilnehmer und insbesondere die Trainer nehmen zeitgleich am Rennsteiglauf teil.
Für Einsteiger sind die fünf Kilometer gut zu schaffen, erfahrene Läufer können zwischen elf und 21 Kilometern wählen. „Darauf bereiten wir alle gezielt vor“, erklärte Cordula Specht. Besonderer Dank gilt der Abteilung Leichtathletik von Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz, die den Crosslauf durch den Fläming bereits zum 43. Mal organisiert.

