Dessau (md/wg). Anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums in Dessau lädt die Stiftung Bauhaus Dessau gemeinsam mit der Hochschule Anhalt vom 29. bis 31. Januar 2026 zur internationalen Konferenz „Diskurs, Risse, Narrativ. Bauhaus Matters: Materialien der Moderne“ in das Bauhausgebäude in Dessau ein. Die öffentliche, englischsprachige Konferenz verhandelt Fragen nach neuen Perspektiven auf das Bauhauserbe als materielles Dokument und als Erzählung im Kontext der Architekturmoderne, indem sie deren Ideologien und Wissensregime, deren Ökonomien und Geopolitiken beleuchtet.
Drei Tage lang werden mit internationalen Experten aus Theorie und Praxis Materialien, Bruchstellen und Narrative des historischen Bauhauses untersucht und ihre Relevanz für gegenwärtiges Bauen diskutiert. Die Konferenz ist öffentlich und setzt sich aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Gebäudelektionen und Spaziergängen zusammen. Arbeitssprache ist Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche.
Stahl, Glas, Beton – das Bauhausgebäude wurde als Agent einer neuen Idee von Architektur gefeiert. In den Narrativen moderner Architekturgeschichte hat das Bauhausgebäude seitdem eine Schlüsselposition. Heute erzählen Fensterfragmente, Putzreste, Leitungen und Rohre im Bauforschungsarchiv der Stiftung Bauhaus Dessau von Produktion, Nutzung, Alterung und Zerstörung dieses Gebäudes. Die Konferenz nimmt das Spannungsfeld zwischen diesen Erzählräumen zum Ausgangspunkt einer internationalen Debatte.
Sie fragt nach den Vorstellungen, Wissensregimen und Institutionen, die an der Formierung dieses Komplexes moderner Architekturerzählungen Anteil hatten. Und sie schlägt mit dem Perspektivwechsel in der Historiographie weg von den repräsentativen Objekten und Architekten auf Ereignisse und Aktivitäten von Bauten und ihren Materialien auch die Brücke zu aktuellen Debatten.
Wie verschieben sich die Erzählungen der Architekturmoderne aus der Sicht der fragilen und instabilen materiellen Zeugenschaften? Im Zentrum der dreitägigen Veranstaltung steht die Vielschichtigkeit der Materialität des Bauhauses. Im Dialog mit diesem komplexen baulichen Erbe des Bauhauses werden auch aktuelle Fragen nach Ökologien des Bauens und nach einer Architektur als aktiver Agentin materialer Kreisläufe verhandelt.
Die Veranstaltung ist konzipiert als offener Denk- und Verhandlungsraum. In drei Themenblöcken „Baumaterialien: Medien der Moderne“, „Architektur der Bauwirtschaft“ und „Bauen als Assemblage“ werden Tiefenbohrungen im ikonischen Gebäude unternommen. Neben Vorträgen und Podien mit internationalen Architekturforschern, Historikern und Praktikern werden auf Rundgängen die Dessauer Bauten aktiv ins Gespräch gebracht. Weitere Informationen und ein detailliertes Programm erhalten Interessierte unter: bauhaus-dessau.de. Foto: ©Stiftung Bauhaus Dessau


