Wittenberg (md). Was heißt gute Führung? Wie kann man im Team gut zusammenarbeiten und wie können Mitarbeitende nicht nur Wertschätzung erfahren, sondern bei Entscheidungen auch mitgenommen werden? Mit diesen und weiteren Fragestellungen beschäftigten sich in der vergangenen Woche die leitenden Mitarbeiter der Sparte Pflege und Wohnen der Johannesstift Diakonie. „Die Leitenden mussten sich intensiv mit sich und ihrem Verhalten auseinandersetzen und alle Maßnahmen, die verabredet wurden, werden zu persönlichen Herausforderungen im Arbeitsalltag führen“, fasst Geschäftsführerin Heike Fischer zusammen.
Zwei Tage lang beschäftigten sich die Kolleginnen und Kollegen aus den Pflege und Wohnen-Einrichtungen „Georg Schleusner“ in Wittenberg, „Henriette“ und „Katharina“ in Oranienbaum, „Barbara“ in Zschornewitz sowie aus dem Ambulanten Dienst damit, was sich hinter den Führungsgrundsätzen verbirgt, wie diese bereits im Alltag gelebt werden und in welchen Situationen sich noch Potential verbirgt.
In einem intensiven und regen Austausch sowie der Arbeit in mehreren Gruppen wurde an zwei Tagen zusammengetragen, wie die Führungsgrundsätze der Johannesstift Diakonie bereits umgesetzt werden, was verändert oder nachjustiert werden kann. So wurde beim Grundsatz „Wir handeln verbindlich und transparent“ definiert, dass Mitarbeitende bei neuen Projekten oder Veränderungen von Anfang an mitgenommen werden.
Die Auseinandersetzung mit dem Grundsatz „Wir fördern eigenverantwortliches Handeln“ führte zu der Vereinbarung, den Mitarbeitenden ein Mitspracherecht bei der Erstellung der jährlichen Investitionspläne einzuräumen. Wichtig war den Arbeitsgruppen, in Zukunft noch stärker eine offene Fehlerkultur zu leben und sich im Alltag direkt und wertschätzend Feedback zu geben. Die Führungsgrundsätze der Johannesstift Diakonie beinhalten auch, sich mit den Belangen der Mitarbeitenden auseinander zu setzen – hier waren sich alle einig, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie künftig noch stärker in den Fokus genommen wird.
Die Klausur diente auch der Vorbereitung auf das 180-Grad-Führungsfeedback, das es so nur selten gibt, aber in allen Unternehmen der Johannesstift Diakonie praktiziert wird. „Leitungskräfte nehmen dabei anhand von Fragen zu den Führungsgrundsätzen eine Selbsteinschätzung vor, diese wird mit der Einschätzung der Mitarbeitenden verglichen“, erklärt Kathi Max, Einrichtungs- und Pflegedienstleitung im Pflege und Wohnen „Henriette“ in Oranienbaum.
In einem moderierten Workshop würden die Ergebnisse aus Eigen- und Fremdsicht vorgestellt und direkt kommuniziert. Durch die externe Unterstützung im Workshop und die intensive Vorbereitung auf diesen Prozess gelänge eine wertschätzende Kommunikation zwischen Feedbacknehmer (Vorgesetzte) und Feedbackgeber (nachgeordnete Mitarbeitende). „Das ist etwas, das sich nicht viele Firmen trauen, aber wir wollen eben nicht nur über unsere Führungsgrundsätze reden, sondern uns wirklich einem Feedback stellen“, betont Kathi Max.

